09. Angelika PRAUSER. Blumenbinderei Prauser. Sankt Martin im Sulmtal

Spektakuläre Blumen als nachhaltiger Schmuck

„Zuerst war es ein Arbeitsplatz, dann wurde es Liebe und jetzt mache ich es zu meinem Lebenswerk: In diesem Familienbetrieb kann ich meine Träume verwirklichen!“ Angelika Prauser, Blumenbinderei Prauser in Sankt Martin im Sulmtal

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Angelika Prauser hat Ihren Mann im Betrieb seiner Eltern kennen- und lieben gelernt: „Der Anfang unserer gemeinsamen Geschichte ist bestimmt ein wenig speziell gewesen. Aber wenn ich darauf schaue, wo wir als Familie heute stehen, dann war das der schönste Weg, den mein Leben nehmen konnte: Die Gärtnerei und die Blumenbinderei ergänzen sich genauso wie Philipp und ich. Da schaut dann keiner auf die Uhr, sondern wir packen dort an, wo etwas zu tun ist.“ Und die Vorstellungen darüber, welche Möglichkeiten noch in den beiden benachbarten Betrieben stecken, sind vielfältig.

Welche Erfahrungen sind besonders wichtig, damit eine Nachfolge so gelingen kann wie Ihre?

Angelika Prauser: „Ich glaube, dass es für meine Schwiegermutter leichter war, mir die Verantwortung zu übergeben, weil ich sehr entschlossen und konsequent für meine Vorstellungen eingetreten bin. Damit, denke ich, habe ich ihr gut zeigen können, dass ich mir gut überlegt habe, wie ich den Betrieb ausbauen möchte. Und das hat zu einem ausgewogenem und sehr respektvollen Verhältnis zwischen uns geführt. Und diesen Respekt braucht es: Vor, während und nach der Übergabe. Es ist so wichtig gewesen, dass jeder dem anderen Platz lässt. Auch wenn es nicht leicht ist, dem anderen das letzte Wort zu überlassen.

Und ich schätze es sehr, dass mein Mann die Gärnterei übernimmt und die beiden Betriebe sich so wunderbar ergänzen. Keiner von uns muss die Verantwortung ganz alleine tragen und gleichzeitig hat jeder in seinem Betrieb genug Aufgaben, die wir nicht teilen.

Bis zum Ende meiner Karenz im Februar war es sicherlich für unser Team eine Zeit voller Umstellungen: Zuerst war ich Mitarbeiterin, dann die Schwiegertochter und jetzt bin ich als Chefin zurückgekommen. Ich bin mir absolut bewusst, dass hier immer wieder Situationen entstanden sind, die viel Toleranz oder Flexibilität erfordern.

Deshalb ist mir auch so wichtig, dass wir jetzt, wo sich alles immer besser einspielt, darauf schauen, dass jede im Team sich gut einbringen und entfalten kann: Auch heuer wird man an unseren Allerheiligen-Kränzen zum Beispiel die ganz persönlichen Vorlieben erkennen können – bei uns gibt es den Platz für die eigene Handschrift!“

Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
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Gibt es Trends in der Blumenbinderei, die für den Erfolg entscheidend sind?

Angelika Prauser: „Das mit den Trends ist so ein zweischneidiges Schwert: Natürlich gibt es Entwicklungen, denen man sich anschließt. Aber lieber ist mir eigentlich, wenn es gelingt, dass wir vor der Zeit Neues ausprobieren. Die Ideen für eine Neugestaltung der Verkaufsräume sind in meinem Kopf fertig, aber es fühlt sich nicht vernünftig an, jetzt groß zu investieren: Ich finde es sehr wichtig, für die großen Änderungen den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Aktuell braucht es da eher ein wenig Abwarten, weil schwer abzuschätzen ist, wann die gesellschaftliche Stimmung wieder auf Zuversicht schaltet.

Aber im Detail können wir jeden Tag an Verbesserungen, Erneuerungen und Veränderungen arbeiten: Unser Samensortiment zum Beispiel, der stärkere Einsatz von Nützlingen, oder die natürlichen Strauß-Komponenten, die ich im Wald sammle. Das braucht auch eine gute Portion an Zeit und Aufmerksamkeit. Denn schöne Sachen zu machen, tut mir einfach gut und es braucht die richtigen Rohstoffe – und deshalb nehme ich mir dafür die Zeit. Das zählt mehr, als die einzelne Stunde, die dafür aufgewendet wird oder ob ich sie in den Preis hineinkalkulieren kann.“

Was war der Grund für die Nominierung? Solides Handwerk in erfahrene Hände weitergeben

Familie Prauser hat offensichtlich ein überraschendes Erfolgsrezept für die Übergabe gefunden: Beide Generationen haben sehr klare Vorstellungen davon, was der Betrieb braucht. „An dem neuen Auftritt sieht man sehr deutlich, wie Angelika Prauser sich die Zukunft für ihren Betrieb vorstellt. Hier trifft fundiertes, erfahrenes Können auf ein modernes Verständnis für das Handwerk. Und diese gemeinsame Leidenschaft für den Beruf verbindet in dem regionalen Traditionsbetrieb Prauser die Übergeberin und die Nachfolgerin: Beide haben einen hohen Anspruch an Qualität und zeigen das in jedem ihrer Produkte.“ schildert Michael Klein, Leiter der WKO Regionalstelle Deutschlandsberg einige Gründe für die Nominierung.

 


Fotoquelle: Michael Koerbler Photography, The Art Of Labels 2022.