12. Thomas GÖTZ & Sascha SWATSCHINA. GS Tischlerei. Graz

Altes und Neues im Herzen von Graz

„Als unser Chef in Pension gegangen ist, war für uns klar: Die einzige Tischlerei mitten in der Stadt führen wir weiter!“ Thomas Götz & Sascha Swatschina, GS Tischlerei in Graz

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Die beiden ehemaligen Mitarbeiter der Tischlerei Tscheschner haben genau gewusst, worauf sie sich einlassen: „Sascha war der erste Lehrling in diesem Betrieb und ich bin seit über zehn Jahren hier. Uns beiden ist einerseits die Arbeit für unsere Kunden wichtig, aber auch der Standort.“ Und so wird mit viel Einsatz und handwerklichem Können wie schon beim Vorgänger an alten und neuen Stücken Hand angelegt. Denn auch wenn das Restaurieren eine besondere Stärke der Spezial-Tischlerei „Der Hobel“ war und bleibt, sind sie auch für moderne Umsetzungen genau die richtigen.

Was macht den größten Unterschied aus seit der Übergabe?

Thomas Götz: „Es macht einen sehr großen Unterschied, ob man viel arbeitet und am Ende der Baustelle Feierabend macht. Oder ob dann eben auch noch die unternehmerischen Pflichten auf einen warten. Natürlich haben wir gewusst, dass diese Aufgaben dazu kommen wie Buchhaltung oder Kunden-Akquise. Aber es macht sich jetzt schon gut bezahlt, dass wir zu zweit sind und uns diese Dinge eben auch aufteilen können. Mittelfristig werden wir uns hier bestimmt auch wieder Verstärkung im Büro holen. Ebenso wie die Ausbildung unseres Lehrlings uns einereits wichtig ist, aber eben auch den einen oder anderen Handgriff abnimmt.

Die Aufträge scheinen ständig noch mehr zu werden. Wir haben täglich mehrere Anfragen, die erst am Abend bearbeitet werden können. Da ich aber schon vorher als Mitarbeiter meine Besichtigungen und Kalkulationen zum großen Teil selbst gemacht habe, ist das eher Routine als Neu.

Was sich ganz bestimmt nicht ändern wird, ist, dass wir uns herzlich dafür engagieren, dass junge Menschen einen Einblick in das Tischler-Handwerk erhalten und bei uns erleben können, was in einer Tischlerei wirklich passiert. Dafür arbeiten wir mit Kindergärten zusammen und beschäftigen auch immer wieder Praktikant:innen.“

Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
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Arbeiten Sie lieber an neuen Möbeln oder restaurieren Sie lieber alte?

Sascha Swatschina: „Am meisten liebe ich an meiner Arbeit, wenn es knifflige Probleme sind, die ich lösen muss: Ein Balken, der vom Wasser beschädigt wurde, eine alte Furnier, die abgeblättert ist oder ein verwinkeltes Eck in einem Dachgeschoss, das eine Tür erhalten soll. Es ist zwar nicht immer möglich, den vollen Zeitaufwand dabei tatsächlich in einen Preis zu kalkulieren, aber Dinge zu machen, die besonderes handwerkliches Geschick oder Erfahrung erforderlich machen, das macht den Arbeitsalltag wirklich abwechslungsreich. Und da wir immer ein kleines Team in der Tischlerei waren, hab ich schon so viel Erfahrung gesammelt, dass mir immer eine Lösung einfällt.

Unser Standort ist für uns deshalb so attraktiv, weil wir viele Baustellen zu Fuß erreichen können: Dann sind wir in der Innenstadt mit unseren Werkzeug-Trollis zum nächsten Restaurieren unterwegs. Und diese kurzen Wege geben mir das gute Gefühl, ein wirklich nachhaltiges Geschäft zu betreiben. Auch wenn die besonderen Auflagen innerhalb der Wohn-Nachbarschaft manche Investition oder einen Umbau verhindern, setzen wir uns dafür ein, dass Handwerk in der Stadt bleibt.“

Was war der Grund für die Nominierung? Entschlossene Handwerker in der Innenstadt

Ein Handwerksbetrieb mitten in der Innenstadt ist eine Besonderheit. „Die Auflagen für einen Betrieb wie die GS Tischlerei sind mitten in der Stadt natürlich hoch. Manche würden sagen, da ist es leichter, auf der grünen Wiese neu anzufangen. Umso wichtiger ist das Bekenntnis der Nachfolger, die Tradition in der Sackstrasse fortzuführen. Und wie man an den Referenzen sieht, sind auch sehr schöne innovative Projekte schon umgesetzt worden: Die GS Tischlerei ist ein wichtiger Bestandteil einer vielfältigen Innenstadt-Wirtschaft.“ schildert Viktor Larissegger, Leiter der WKO Regionalstelle Graz die Gründe für die Nominierung.



Fotoquelle: GS Tischlerei 2022.