10. Sandra SCHROTTNER. Restaurant & Diner PizzBurg. Söding-Sankt Johann

Zuerst schauen, was die Leute brauchen

„Wenn das so viele Jahre so gut geht, dann fang ich nicht an umzukrempeln.“ 
Um halb zwölf sperrt die PizzBurg auf, und das Mittagsmenü steht bereit. Wer dann zur Tür hereinkommt, wird von einer Familie bewirtet, die hier zu Hause ist. Über der Gaststube liegt die Wohnung der Eltern. Die beiden Geschwister Sandra und Philipp wohnen nur ein paar Meter entfernt. Und der erste Weg von Sandra Schrottner an jedem Arbeitstag führt zu ihrer Mutter: Sie machen gemeinsam die Abrechnung vom Vortag. Erst danach geht sie in die Küche.
Eine Übergabe, die man dem Haus nicht anmerkt
Die Regionalstelle Voitsberg hat Sandra SCHROTTNER und ihr Restaurant & Diner PizzBurg für den Follow me Award 2026 nominiert:

„Das PizzBurg ist gelebte Gastfreundschaft und fixer Treffpunkt in Sankt Johann. Vom Handwerker bis zum Stammgast aus der Nachbarschaft, sowie am Wochenende als beliebtes Gasthaus für Familienfeierlichkeiten aller Art, erfreut sich das Lokal höchster Beliebtheit. Seit dem vergangenen Herbst führt Sandra Schrottner den Betrieb nahtlos weiter, sodass sich dabei für die Gäste nichts geändert hat. Für die Familie eine Selbstverständlichkeit und für uns ein Zeichen, dass die Betriebsnachfolge sehr gut vorbereitet wurde“, schildert Lukas Kalcher, Leiter der WKO Regionalstelle Voitsberg.

Eine Familie, die ihre Stärken kennt
Sandra Schrottner kennt den Betrieb, die Gäste und ihre Küche. Vor zweieinhalb Jahren hat sich die Mutter aus der Küche zurückgezogen und Sandra hat ihren Platz übernommen. Sie weiß ganz genau, was ihren Gästen schmeckt. Und trotzdem kocht sie immer wieder sehr gern gemeinsam mit ihrer Mutter, wenn es möglich ist: Die Mutter hat für jeden Handgriff viele Jahre Übung, und das schmeckt man. Davon schaut sich Sandra bis heute etwas ab.

Philipp Schrottner, ihr Bruder, ist für den Service zuständig. Und das macht er mit einer herzlichen Leidenschaft, die für jeden Gast so viel Entertainment bereithält, wie gerade gebraucht wird. Er zaubert für die Kinder an der Theke, er weiß, wann eine Runde einen Schmäh braucht, und bei den Weihnachtsfeiern singt auf einmal das halbe Lokal Karaoke.
Jeder für den anderen
Sie in der Küche, er im Service, und beide könnten das andere. Wenn in der Küche Not am Mann ist, kommt Philipp herein. Wenn draußen ein Stoß an Leuten kommt, serviert Sandra mit hinaus. Und wenn der Beikoch auf Urlaub ist, dann stehen die Eltern wieder in der Küche. „Bei uns helfen einfach alle gut zusammen“, sagt Sandra Schrottner.
Auf dem Weg immer weiter lernen
Jede Woche fährt Sandra mit ihrem Vater in den Großmarkt. Fünfundvierzig Jahre lang macht er das schon. Und sie macht es gerne mit ihm gemeinsam. „Er zeigt mir immer noch Dinge, auf die er aufpasst. Und ich lass mir gerne zeigen, was er für wichtig hält.“ Dabei ist sie selbst gelernte Köchin und hat schon früh ein Lokal selbstständig geführt.

Die Karte bleibt, wie sie ist. Pizza, Burger, Ripperl, Hausmannskost. „Wenn das so viele Jahre so gut geht, dann fang ich nicht an umzukrempeln.“ Was sich ändert, steht auf der Tagesempfehlung: im September die Schwammerl, das Gulasch, die gebackenen Pilze. „Wir schauen, was gerade da ist, und machen was draus.“ Wenn sie ein Schwammerlgulasch ansetzt, freut sie sich schon, weil sie weiß, dass die Leute das gern essen.
Veränderungen können leicht sein
Sonntag Mittag ist die PizzBurg voll. Da müssen die beiden Geschwister oft schauen, dass noch wo ein Platz frei wird, und viele holen sich etwas ab, eine Hausplatte, ein paar Ripperl. Bis drei war das Geschäft gemacht. Danach standen noch sechs, sieben Leute im Haus, die alle Kinder daheim haben. Seit Sandra das gesehen hat, wird am Sonntag um drei zugesperrt.

Ihr Vater war zuerst dagegen, was man verstehen kann, wenn jahrzehntelang das Abendgeschäft wichtig war. „Da kann der Papa dann kurz mocken, wenn er will", sagt sie und lacht dabei. Die Gewohnheiten der Gäste haben sich eben verändert. Sie hat es gemacht, und er hat gesehen, dass es passt.

Es ist derselbe Blick, mit dem sie die Karte so lässt. Zuerst schauen, was die Leute brauchen. Die im Lokal und die in der Küche.
Am Sonntag um drei ist alles sauber, und der Nachmittag gehört den Familien. Auch denen, die hier arbeiten. Und Sandra und Philipp gehen die paar Meter heim.

Schlüsselfaktoren

  • Erst verstehen, dann angreifen. Wer übernimmt, hat es meistens eilig, das Eigene zu zeigen. Sandra Schrottner hat sich zuerst gut überlegt, warum etwas fünfundvierzig Jahre lang funktioniert hat. Was verändert wird, hat einen Grund. Alles andere bleibt.
  • Wer zuschaut, lernt weiter. Sie ist gelernte Köchin, hat schon einmal ein Lokal selbstständig geführt und kennt den Betrieb. Und sie sagt immer noch, sie schaut gern zu. In vielen Betrieben hört das Lernen mit der Verantwortung auf. Hier fängt es damit an.
  • Die Zeit richtet sich nach den Gästen. Am Sonntag ist um drei die Küche zu, weil sich der Sonntag zu Mittag abspielt und weil alle, die da arbeiten, Familie haben. Eine kleine Entscheidung mit großer Wirkung, in einer Branche, in der die Zeit das knappste Gut ist.

Restaurant & Diner PizzBurg (Hohenburgerhof)

Sandra SCHROTTNER und ihre Empfehlung

Schauen Sie auf die Tagesempfehlung. Die Karte bleibt, wie sie ist. Aber was gerade Saison hat, wird frisch gekocht. Im September zum Beispiel die Schwammerl und Pilze.

Küche: Mittwoch bis Samstag 11.00 bis 21.30 Uhr
Sonn- und Feiertag 11.00 bis 15.00 Uhr
Montag und Dienstag Ruhetag

Fotoquelle: PizzBurg, 2026.
Nachgefragt im Follow me Netzwerk
Wenn ein Kind den Betrieb übernimmt und das andere weiterhin mitarbeitet, ohne im Firmenbuch zu stehen, lohnt es sich, das früh und schriftlich zu regeln. Genauso das Wohnen der Eltern im Haus.

"Was muss man als Nachfolger:in aus rechtlicher Sicht beachten?"
Schriftlich Vereinbaren ist ein Erfolgsprinzip in der Betriebsnachfolge: Ein solider Vertrag schafft nicht nur Klarheit, sondern ist auch die beste Versicherung gegen mögliche Stolpersteine.

Dr. Dieter Kinzer, Präsident der Notariatskammer für Steiermark.
Wenn Sie der Meinung sind, dass diese Nachfolge-Geschichte ein Gewinn ist, dann stimmen Sie hier im Oktober täglich einmal ab. Unter allen abgegebenen Stimmen wird am Ende des Votings ein attraktiver Preis verlost.
 
Diese Geschichte ist im Gespräch entstanden. Zugehört und nachgefragt hat Birgit Mayer. Beim Ordnen und Formulieren hat künstliche Intelligenz mitgearbeitet. Was hier steht, haben die Menschen freigegeben, über die der Text erzählt.

FamilienINTERNE Nachfolge