10. Johann & Lisa RAINER. der trautentalwirt – Gasthaus Rainer. Geistthal-Södingberg

Danke fürs Mitfiebern!

Im Oktober haben unzählige Stimmen uns gezeigt, wie sehr gelebte Nachfolge berührt. Das Voting ist nun abgeschlossen – und wir sagen von Herzen Danke an alle, die mitgestimmt, geteilt und uns unterstützt haben.

Jetzt freuen wir uns auf jeden Besuch und ein Gespräch darüber, wie unsere Nachfolge Sie begeistert hat:
 

Wie zuhause – nur besser

„Wohlfühlküche bedeutet für uns herkunftsbetont, nachvollziehbar & genau deshalb kompromisslos qualitätsbewusst.“

Wenn Johann und Lisa Rainer vom trautentalwirt erzählen, spürt man sofort die Mischung aus Bodenständigkeit und Feingefühl. In Geistthal bei Voitsberg haben sie den Familienbetrieb übernommen und sorgen mit viel Liebe, Leidenschaft und Herzlichkeit für jede Menge Genuss, Geselligkeit und Glücksmomente mit ihrer Wohlfühlküche aus Wald. Wiese. Wasser.
Zwei, die sich gefunden haben Johann Rainer ist im Gasthaus groß geworden. Schon als Bub war ihm klar: Das ist sein Leben. Die Liebe zum Kochen hat er bei seiner Oma gelernt, die früher selbst im Betrieb gearbeitet hat. Familie bedeutet für ihn immer Essen am großen Tisch, wenn alle zusammenkommen. Dieses Gefühl trägt er bis heute weiter. Sein Vater Hansi war schon Koch und betrieb das Gasthaus zusammen mit Mutter Romana. So war die Richtung vorgegeben und Johann schlug sie mit Freude ein.

Lisa Rainer fühlte sich vom ersten Tag in der Familie, als würde sie schon immer dazugehören. Sie bringt ihre Liebe zu Präzision und Schönheit mit: Von den süßen Köstlichkeiten, für die sie in der Patisserie zuständig ist, über Zahlen, Daten, Fakten bis hin zur Dekoration, kann sie sich kreativ entfalten.

Zusammen haben Johann und Lisa den Betrieb ihrer Eltern 2024 übernommen. Bereits zuvor hatten sie Erfahrungen gesammelt: Johann kann auf viele Stationen zurückblicken unter anderem als Formel1 Koch, Küchenchef und F&B Manager in der Hotellerie, zuletzt baute er ein Lokal mit auf. Auch Lisa erkannte ihre Liebe zu Gastronomie und Hotellerie früh, begann als Rezeptionistin und war zuletzt für das gesamte Marketing im selben Hotel tätig, in dem sich ihre Wege kreuzten.
„Alles ist möglich, wenn man zusammenhält. So lautet ein wichtiger Familienspruch. Und dieses Rezept wird die beiden sicher auch durch stressige Zeiten bringen.“ geben die Eltern den engagierten Nachfolgern mit auf den Weg.
Die Herausforderung
Ein Betrieb, der jahrzehntelang von den Eltern geführt wurde, bringt seine eigenen Regeln mit, die damals größtenteils auch von den Gästen mitbestimmt wurden. Sieben Tage die Woche geöffnet, traditionell österreichische Küche und italienische Abende mit Pizza, Kartenrunden, Thekensteher: So war es früher. Johann und Lisa mussten ihren eigenen Rhythmus finden.

Heute haben sie vier Tage geöffnet, nutzen den Donnerstag für die Produktion der Speisen - angefangen von Brot, Nudeln über Säfte bis hin zum Eis wird alles selbst gemacht. Auch wenn es „früher“ anders war, freuen sich die Eltern über die Veränderung und unterstützen das junge Team mit Bruder Martin tatkräftig. Dazu kamen ganz praktische Fragen: Wie schafft man Pausen für Familie und Team? Wie hält man an Qualität fest, ohne allen gefallen zu wollen?
Die Chance
Johann und Lisa sind davon überzeugt, dass Einkaufen und Verarbeiten von qualitativ hochwertigen regionalen und saisonalen Lebensmitteln in Bio-Qualität der einzige Weg in eine enkeltaugliche Zukunft sind, selbst wenn das bedeutet, auf manches zu verzichten, was anderorts selbstverständlich ist. Sehen wo’s herkommt, wissen, was dahintersteckt und verstehen, warum es so gut schmeckt - spielen dabei eine besonders große Rolle.
Diese familienINTERNE Nachfolge lebt von viel Herzblut – und von ein paar entscheidenden Schritten, die den Erfolg ermöglicht haben.
 

Schlüsselfaktoren

  • Respektvoller Umgang mit den Eltern, die weiterhin stolz Teil des Ganzen sind
  • Konsequente Regionalität und Qualität, von der Auswahl der Lebensmittel bis zur Tischkultur
  • Ein klarer strategischer Rahmen für den Betrieb, der Raum für Qualität schafft
  • Sicherheit durch gute Partner:innen, die helfen, Kennzahlen und Investitionen im Blick zu behalten
Der Weg: So wurde angepackt
Stück für Stück haben Johann und Lisa ihr Konzept geschärft. Mit eigenem Kräuter- und Gemüsegarten, nachhaltigen Weinen, einer alkoholfreien Menübegleitung von Bruder Martin und Partnerschaften wie Slow Food und Gaumenhoch setzen sie diese Haltung sichtbar um. Sie pflegen den intensiven Austausch mit Landwirt:innen, Jäger:innen, Manufakturen und Handwerksbetrieben. Zusätzlich können sie sich auf Händler:innen verlassen, die sicherstellen, dass alles, was nicht in der Nähe wächst, gleichermaßen naturbelassen und geschmacksstark den Weg in ihre Küche findet. Ein Besuch im trautentalwirt ist also viel mehr als ein Mittel zum Zweck, um Sättigung und Genuss zu erfahren – es ist eine Möglichkeit, den Geschmack der Heimat zu erkunden und dabei sicherzustellen, Teil eines gesunden Kreislaufs voller naturverbundenem Qualitätsbewusstsein zu sein.

Sie sind bei ServusTV zu sehen, waren beim Vollmund-Dinner der Region Graz mit dabei und organisieren besondere Abende wie ihre trara’s – die Überraschungsmenüs in mehreren Gängen. Auch in Schulen engagieren sie sich. All das zeigt: Der trautentalwirt ist mehr als ein Gasthaus, er ist Teil der Region.

Was hat sich verändert – und warum funktioniert es?
Die Veränderungen sind spürbar: Heute lohnt es sich vorab zu reservieren, damit man einen Platz bekommt. Gäste kommen nicht nur aus der Umgebung, sondern aus dem gesamten Bezirk Voitsberg, Graz und Umgebung. Sie schätzen ehrliches und qualitativ hochwertiges Handwerk und die Herzlichkeit der Familie. Eltern und Stammgäste sind stolz, den neuen Weg mitgehen zu dürfen.
Was habt ihr während der Übergabe gelernt, das ihr anderen mitgeben möchtet?
Johann und Lisa Rainer: „Wir haben gelernt, dass es Mut braucht den eigenen Weg zu gehen. Dabei ist es wichtig dranzubleiben, nicht gleich aufzugeben, alte Gewohnheiten zu hinterfragen und Stück für Stück weiterzugehen. Eine Vision im Kopf, eine große Portion Motivation und ganz viel Liebe und Leidenschaft spielen dabei eine entscheidende Rolle.“

Wie fühlt sich die neue Rolle für Dich an?
Johann und Lisa Rainer: „Seit wir uns kennen haben wir gewusst, wir möchten zusammen etwas bewegen und einen Teil zum großen Ganzen beitragen. Nun sind wir dort angekommen, wo wir immer zusammen sein wollten.“
 
Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
"Was muss man als Nachfolger:in aus rechtlicher Sicht beachten?"

Schriftlich Vereinbaren ist ein Erfolgsprinzip in der Betriebsnachfolge: Ein solider Vertrag schafft nicht nur Klarheit, sondern ist auch die beste Versicherung gegen mögliche Stolpersteine.

Dr. Dieter Kinzer, Präsident der Notariatskammer für Steiermark und Experte im Follow me Netzwerk.
Einander auf Augenhöhe begegnen
Ihre Haltung: Man spricht alles an, läuft nicht davon - und genau das stärkt auch das Team. So entsteht eine Atmosphäre, in der Team und Familie an einem Strang ziehen. Lisa hat immer das große Ganze im Blick, Bruder Martin achtet auf jedes Detail im Service, Johann auf die Abläufe in der Küche, Mutter Romana ist die gute Seele des Hauses und Vater Hansi packt dort an, wo Not am Mann/an der Frau ist – zusammen sorgen sie dafür, dass Gäste sich rundum wohl fühlen und alle Freude an der Arbeit haben.
Der Blick nach vorne
Schritt für Schritt wird mit viel Liebe zum Detail Neues erschaffen und Altes bewahrt. Wenn es zukünftig die Zeit erlaubt, würden Lisa und Johann gerne Workshops für ihre Gäste anbieten.

Enkeltaugliche Landwirtschaft ist ihnen ebenso wichtig, wie regionale Zusammenarbeit und der Ausbau des 60%-igen Bio-Anteils. „Unser Motto: Dranbleiben, den Betrieb weiterentwickeln und trotzdem immer das Gefühl von zuhause bewahren.“
 
Qualität braucht Klarheit
Lukas Kalcher, Regionalstelle Voitsberg hat gute Gründe für die Nominierung:

Der trautentalwirt zeigt, was passiert, wenn man konsequent seinen eigenen Weg geht: Es kommen Gäste nicht nur aus dem Ort, sondern auch aus Graz. Johann und Lisa Rainer haben nicht nur ein Gasthaus weitergeführt, sondern ihren Betrieb zu einer Genussadresse gemacht, die die Region aufwertet: Regionalität ist hier kein Schlagwort, sondern gelebte Haltung.

„Es beeindruckt mich, wie Johann und Lisa ihr Gasthaus zu einem Magneten für die ganze Region gemacht haben. Sie stehen für Klarheit und Mut – und dafür, dass unser Geistthal heute mit Stolz sagen kann: Hier wächst ein Betrieb, der uns weit über die Grenzen hinaus sichtbar macht.“ schildert Lukas Kalcher, Leiter der WKO Regionalstelle Voitsberg.

Das hat die Nachfolge uns gebracht

  • Größte Veränderung: Neue Öffnungszeiten, eigene Produktion, konsequente Regionalität mit mehr als 60 % Bio-Anteil.
  • Erster Erfolg: Gäste aus Graz und Umgebung sind heute Stammgäste in Geistthal.
  • Nächste Challenge: Zimmer und Workshops planen, ohne den Alltag aus den Augen zu verlieren.
Fragen, die in unserer Nachfolge besonders relevant waren Jede Nachfolge ist anders – und doch gibt es Fragen, die helfen, den eigenen Weg klarer zu sehen. Diese haben uns besonders begleitet.

  • Wie emanzipiere ich mich vom Stil der Eltern, ohne deren Arbeit zu entwerten?
  • Wie gelingt es, preisbewusst zu sein, ohne allen gefallen zu müssen?
  • Wie setzt man Regionalität konsequent um – auch wenn Gäste anderes erwarten?
  • Welche Rolle spielen Kennzahlen, und wie finde ich Partner:innen, die dabei helfen?

Wir waren gern Teil
des Follow me Awards 2025

Die Nominierung bedeutet uns viel – denn sie ist viel mehr als ein Wettbewerb: Sie hat uns gezeigt, dass viele Menschen diesen Weg mit uns feiern.
Wir tragen die Auszeichnung als Nominierte mit Stolz und sehen sie als Ansporn, unseren Betrieb weiter mit Herz, Neugier und Zuversicht zu führen.

der trautentalwirt – Gasthaus Rainer

Johann & Lisa RAINER und ihre Empfehlung

Unbedingt probieren: das trara-Überraschungsmenü. Es zeigt, was die Küche des trautentalwirt kann – saisonal, regional und voller Liebe zum Detail. Dazu passt eine Wein- oder alkoholfreie Getränkebegleitung. Im November lockt die Ganslzeit, im Jänner die Wildwochen und im Februar heißt es alles Fisch.

Zeitpunkt der Nachfolge: September 2024.


Copyright: der trautentalwirt - Gasthaus Rainer. Fotografen: Ingo Pertramer / Martin Rainer.
Story powered by Herz, Hirn und ein bisschen künstlicher Intelligenz. Das echte Gespräch dazu führte Birgit Mayer – ohne KI, aber mit einer ordentlichen Portion einfühlsamer Neugier.