10. Barbara REINER. Gasthaus Platzwirt. Graden bei Köflach

Vierte Wirtin in Folge übernimmt mit viel Herz

„Ich bin hier aufgewachsen und stehe als vierte Generation meine Frau in unserem Wirtshaus. Meine Mutter und meine Großmutter haben unser Haus immer als einen Ort der Begegnung und des Genießens geführt. Diese Wurzeln führe ich liebend gern weiter.“ Barbara Reiner, Gasthaus Platzwirt in Graden bei Köflach

Mitten am Gradner Dorfplatz laden die Frauen der Platzwirt-Familie seit 1909 zur Einkehr ein. Vier Generationen leben und arbeiten gemeinsam in dem 1677 erbauten und 1909 erweiterten Haus. Beim Platzwirt haben die Wirtinnen schon immer das Sagen und das Herz am rechten Fleck: Sie sorgen für Gemütlichkeit, geben vor allem der Küche ihren Charakter und schupfen daneben auch noch die Familie. Die „Weiberwirtschaft“ wurde 2018 für Heimatleuchten: Wirtshausgschichtn auf servusTV portraitiert. „Ich bin mit zwei Wirtinnen aufgewachsen und habe von und vor allem mit ihnen gelernt, gearbeitet und gelebt. Es gibt viele Frauen wie mich in der Gastronomie, die in den kleinen und feinen Betrieben für Qualität sorgen.“

Familieninterne Nachfolge
6 Arbeitsplätze

Tradition wird hier von Frau zu Frau weitergegeben

Die gelernte Hauswirtschaftslehrerin hat 10 Jahre unterrichtet. Gerade durch die Entfernung weiß die „Querbeeterin“, worin ihre Leidenschaft liegt. „Meine Großmutter Elfriede hat mich inspiriert, meine Hände mit Freude, Bedacht und Liebe einzusetzen. Sie war es, die mir in der Küche und auch heute noch, mit 89 Jahren im Garten zeigt, wie ich qualitativ arbeiten kann und den Blick auf das Ursprüngliche nicht verliere.“ Und die Mutter als Übergeberin hat Barbara Reiner gezeigt, wie wichtig es ist, dass jede Frau ihre Talente erkennt, fördert und gezielt einsetzt. Dass es für einen Familienbetrieb essenziell ist, eine gute Gesprächsbasis zu finden – ehrlich, offen und vor allem respektvoll der anderen gegenüber. „Ihr Anspruch an Qualität, sei es in der Küche, am Gesamterscheinungsbild des Betriebes und am Umgang mit Gästen und Mitarbeitern hat unseren Betrieb zu dem erwachsen lassen, den ich übernehmen konnte.“


 

Dauer der Übergabe Innovationen Wachstum


Ehrlich, der Tradition und Region verbunden, handgemacht und mit ganz viel Liebe: diese Linie zeigt sich in jedem Gericht im Platzwirt. Dabei spannt die frischgebackene Wirtin einen kulinarischen Bogen zwischen „gut bürgerlich – bodenständig“ bis hin zu „Neuem“ ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen. „Am liebsten koch ich frei das, was Garten, Kühlhaus und Natur gerade bieten. Ehrlich und qualitätsvoll – so, dass auch ich es gerne genieße.“ Deshalb gibt es auch das „PlatzwirtGlücksMenü – mit allem, was die Wirtin gerade am liebsten hat“ – liebevoll und frisch in reiner Handarbeit zubereitet.

 

Grund der Nominierung: Steirische Dorfwirtin steht gerade in der Krise zum Familienbetrieb
Die Familie Reiner hat die Quarantäne dazu genutzt, die letzten Vorbereitungen für die Übergabe vorzuziehen. „Was für den Herbst geplant war, hat jetzt schon mit 1. Juli stattgefunden: Barbara Reiner hat mit großem Erfolg schon in den ersten Wochen gezeigt, dass ihr Stil den Familienbetrieb gut in die Zukunft führen wird.“ schildert Gerhard Streit, Leiter der WKO Regionalstelle Voitsberg die Gründe für die Nominierung.


Welche Tipps haben Sie für die Betriebsnachfolge?

„Für mich ist Beständigkeit der zentrale Schlüssel. Kreativität, Innovation und Erfolg erwachsen aus starken Wurzeln – bleibe ich diesen treu und pflege ich sie, ist es mir möglich neues zu erarbeiten – schaffe ich es aber nicht meinen Grundansprüchen, meinen Wurzeln treu zu bleiben, können auch keine neuen Triebe wachsen.“

Was sehen Sie, wenn Sie in die Zukunft schauen?
„Dass sich mein Einsatz, alle Kreativität und mein Herzblut bezahlt machen: Dass sich die Qualität, die wir als Platzwirt-Familie bieten, wirtschaftlich lohnt und ich so die Verantwortung gegenüber meiner Familie und Heimat übernehmen kann.“

Was sagen die Follow me Profis dazu?
Ein wichtiges Thema vor dem Abschluss einer Betriebsnachfolge ist das Zukunftskonzept. Hier greifen Nachfolger auf die erfahrene Unterstützung von Experten zurück: „In einem Markt mit vielen Mitbewerbern sind Qualität, gutes Service oder moderne Ausstattung kein Unterscheidungsmerkmal. Es geht in vielen Branchen in Zukunft darum, eine überraschende Geschichte mit den eigenen Produkten zu erzählen, die die Konsumenten neugierig macht.“ Karlheinz Uhl, Experts Group Übergabeberater

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Fotoquelle: Kerstin Fotografie.