08. Walter SCHMID. Literwirt. Gleinstätten

Traditionen in ein neues Gewand stecken

„Ins Wirtshaus gehen kann Kultcharakter haben: Das ist mein Anspruch! Quer durch ein vielfältiges Angebot nehm‘ ich unsere Gäste mit auf eine Schlemmerreise.“ Walter Schmid, Literwirt in Gleinstätten

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Walter Schmid führt gemeinsam mit seiner Frau Susanne den Familienbetrieb in der 3. Generation. Die Übergabe zwischen den Generationen ist für die meisten Gäste fast unbemerkt über die Bühne gegangen – denn die Richtung wird schon lange von dem jetzt auch formalen Eigentümer bestimmt. „Mit jedem Umbau war es uns wichtig, das Lokal weit vorne zu positionieren. Und da sind wir gerade wieder mitten in den Planungen für den nächsten großen Schritt.“ War der Literwirt bis 2010 besonders am Abend und für junges Publikum attraktiv, sind Auszeichnungen wie eine Haube und eine Gabel längst auch äußeres Zeichen für eine gelungene Änderung der Positionierung. „Ich arbeite gerne konsequent und mit viel Präzision, denn meine Gäste kommen nicht mit Hunger, sondern sie nehmen sich Zeit und wollen genießen.“ Gemütlich im Restaurant oder ungezwungen im Barbereich lässt es sich leicht Platz nehmen und von jedem Besuch darf man sich etwas Besonderes versprechen.

Wie lässt sich ein Wirtshaus neu erfinden?

Walter Schmid: „Am besten mit ganz viel Respekt vor der Tradition! Hier gibt es so vieles, das sich über die Generationen bewährt hat; Erfahrungen, die unsere Familie gemacht und gesammelt hat. Und zur gleichen Zeit braucht es den konsequenten Blick darauf, was in die Jahre gekommen ist und in ein neues Gewand gesteckt werden muss. Zum Beispiel die Backhendl: Für die sind wir schon lange bekannt – aber bei mir gibt es sie zum Mitnehmen in der praktischen Backhendl-Box. Ein Wirtshaus ist keine Raketenwissenschaft. Aber es braucht eine gehörige Portion Herz, um die Kleinigkeiten zu erkennen und in die Tat umzusetzen.

Für mich ist Tradition eine sehr positive Energie: Sie ist ein Fundamen, dass Vertrauen und Sicherheit schafft. Und gleichzeitig reizt es mich jeden Tag, ganz vorne mitzuspielen und zu den Besten in unserer Region zu gehören. Ich will ein breites Publikum aus Nah und Fern ansprechen und ein Angebot machen, das immer wieder überrascht.“

Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
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Ist das Kochen für Sie ein Abenteuer?

Walter Schmid: „Nicht um des Abenteuers Willen: Ich denke zuerst immer an meine Gäste! Was schmeckt? Und was überrascht? Dabei bin ich sicherlich ehrgeizig, strebe nach Perfektion und habe die Leidenschaft, laufend zu experimentieren. Aber es ist wichtig, die Grenzen der Gaumenfreuden im Sinn zu behalten. Hausgemachte Köstlichkeiten und regionale Spezialitäten können voll im Trend sein … wenn man mit einer guten Portion Zeitgeist würzt.

Zum Beispiel bei Schmorgerichten, die fast zu meinen Lieblingsgerichten gehören. Gerade aktuell, wenn wir mit Wild vom Seggauberg arbeiten, achte ich auf ein Detail besonders: Die Röstung der Wildknochen gibt am Ende – gemeinsam mit dem passenden Wein zum Ablöschen – die richtige Farbe der Sauce. Saucen sind überhaupt eine besondere Leidenschaft von mir, vielleicht werden sie auch zu einem wichtigen Bestandteil des neuen Geschäftskonzeptes, an dem wir gerade basteln für den Umbau im nächsten Jahr … „

Was war der Grund für die Nominierung? Ein gelungener Wandel
In der Südsteiermark wird in der Gastronomie Qualität und Genuss großgeschrieben, da braucht es schon eine saubere Positionierung, um im Orchester der großen Auswahl eine relevante Rolle zu spielen. „Der Literwirt hat eine lange Tradition, und trotzdem gelingt es, sich frisch und zeitgemäß zu präsentieren: Das Handwerk in der Küche und die Herzlichkeit im Service sind ein Markenzeichen in diesem Familienbetrieb. Bei der Familie Schmid kommt nicht nur Alt und Neu gemeinsam auf den Teller, sondern auch Jung und Alt auf seine Rechnung als Gast. Es ist eine Freude, einen so ehrgeizigen Gastronomie-Anspruch in einem Traditionsbetrieb in unserer Region zu finden.“ schildert Josef Majcan, Leiter der WKO Regionalstelle Südsteiermark die Gründe für die Nominierung.


Fotoquelle: Literwirt 2022.