08. Martin ALTENBURGER. Bäckerei Altenburger. St. Nikolai ob Draißling

Zwei Freunde schreiben 250 jährige Geschichte neu

„Meine Familie führt einen Betrieb, der eine wirklich lange Ahnenreihe hat. Spannend ist, dass ich jetzt zu den Wurzeln zurückkehre: Wir produzieren wieder so ursprünglich wie mein Großvater.“ Martin ALTENBURGER, Bäckerei Altenburger in Sankt Nikolai ob Draßling
250 Jahre im Familienbesitz und nun radikal neu aufgestellt: Der Fokus liegt jetzt auf Handarbeit, Privatkunden und Gastronomie. Gemeinsam mit seinem Jugendfreund Michael Friess betreibt Martin Altenburger die Backstube seit heuer im neuen alten Stil: Ausgerichtet auf selbstgemachte Sauerteige für alle Weiß- und Schwarzbrote. Dank des neuen Konzepts ist nicht nur das Geschäft, sondern auch Martins Begeisterung für das Bäckerhandwerk frisch und kross.
 
Welche Platzierung wir unter den 12 Nominierten erreicht haben, erfahren wir am 14. Dezember 2023 ab 15.15 Uhr.
Eine Freundschaft bringt frischen Wind und frisches Brot Martin Altenburger blüht seit der Übernahme richtig auf und die Bäckerei mit ihm. Sein Herz schlägt im Takt des Sauerteigs und sein Lächeln ist so authentisch wie seine Hand-Kaisersemmeln: "Wenn ich früher von der weiten Welt geträumt habe, dann habe ich dabei fast vergessen, dass mein eigenes Universum aus Mehl, Wasser und einer Prise Salz besteht. Mein Freund hat mir gezeigt, dass die wahre Reise manchmal darin besteht, zu erkennen, wie schön das Leben am Land und im eigenen Handwerk sein kann." freut sich Martin Altenburger über die neuen Perspektiven.

Feuer und Flamme in der Backstube Die Mutter war lange die tragende Säule der Bäckerei und hat mit bewundernswerter Energie den Betrieb nach dem Verlust ihres Mannes am Leben erhalten. Jetzt, im wohlverdienten Ruhestand, sieht sie, wie Martin mit frischem Wind und neuem Feuer die Backstube erfüllt. Nach Jahren der harten Arbeit ist sie überglücklich, dass die Bäckerei nicht nur überlebt, sondern in der neuen Generation aufblüht. "Ich hab' meine Hände jahrzehntelang im Teig gehabt, jetzt halte ich sie stolz in den Schoß. Martin hat seine Freude für unser Handwerk wieder entdeckt, und das ist die schönste Pension, die ich mir wünschen könnte.", sagt die Übergeberin mit einem Lächeln.
 
„Lange Geschichte trifft auf ofenfrische Zukunft: Es gibt viele gute Gründe für die Nominierung!“Josef Majcan, Regionalstelle Südsteiermark

Die Bäckerei Altenburger ist nicht nur ein geschichtsträchtiges Familienunternehmen, sondern ein kräftiges Beispiel für gewinnbringende Innovationen im regionalen Handwerk. Der Betrieb setzt neue Ansprüche an die Produkte. Mit der Ausrichtung auf Privatkunden, Catering und die Belieferung der Gastronomie erfindet sich die Bäckerei in einem hart umkämpften Markt neu.

„Wir haben die Bäckerei Altenburger nominiert, weil hier nicht nur Teig, sondern auch Zukunft geknetet wird. Die Kombination aus jahrhundertalter Tradition und einem mutigen Geschäftskonzept macht den Betrieb zu einem guten Beispiel dafür, was im Zuge einer Betriebsnachfolge möglich ist. Der gezielte Rückzug aus den bisherigen Vertriebskanälen zeigt, dass Regionalität, Qualitätsfokus und eine neue Angebotspalette zukunftsweisende Strategien sind.“ beschreibt Josef Majcan, Leiter der WKO Regionalstelle Südsteiermark die Gründe für die Nominierung.

Was hat sich für Sie persönlich am meisten verändert, seit Sie den Betrieb übernommen haben?

Martin Altenburger: "Das schönste ist, dass die Arbeit wieder zu einem Abenteuer geworden ist. Ich stehe nicht mehr nur am Ofen, sondern auch an der Front der Geschäftsentwicklung. Die Vielseitigkeit des Alltags hält mich am Ball. Es ist eine Herausforderung, aber eine, die mir ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert."

Bei welchen Produkten zeigt sich dieses Grinsen zum Beispiel?

Martin Altenburger: Zum Beispiel beim Thema Hand-Kaisersemmeln: Man sieht bei jedem Stück, wie knusprig sie ist und wie besonders in ihrer Form. Oder unser Ciabatta: Wir können da kreativ werden mit Oliven, Tomaten und was uns sonst noch in die Quere und auf den Gaumen kommt. Oder die glutenfreien Kreationen: Wenn ich sehe, wie die Kunden darauf reagieren, wie sie riechen und genießen – da weiß ich, wir sind auf dem richtigen Weg. Das sind die Momente, in denen ich mir denke: ‚Das ist es, wofür ich mitten in der Nacht aufstehe!'"
Welche wichtigen Schritte und Themen gab es während der Übernahme zu beachten?

Martin Altenburger: "Die Übernahme war ein dreiteiliges Meisterstück: Erstens, das alte Sortiment kritisch überprüfen und ausmisten. Weg mit allem, was nicht zu unserer neuen Philosophie passt. Zweitens, ein offener Austausch mit meiner Mutter. Transparenz war hier das Lebenselixier, schließlich hat sie zuvor die Geschicke der Bäckerei gelenkt. Und drittens: Die konsequente Umstellung auf traditionelle Handwerkskunst und lokale Produkte. Michael und ich haben uns zusammengerührt wie ein perfektes Sauerteig-Anstellgut. Keine Klumpen, nur Innovation."

Was war die größte Herausforderung während dieser Umstellungen, und wie haben Sie sie gemeistert?

Martin Altenburger: "Die größte Herausforderung war definitiv der eigene innere Widerstand. Zweifel und kritische Kundenfeedbacks haben uns schon ein paar Falten mehr beschert. Aber anstatt uns vom Kurs abbringen zu lassen, haben wir das als Ansporn genommen. Michael und ich waren wie ein Brotlaib im Ofen: Unsere Überzeugung und die Verbundenheit zur Tradition haben uns durch die Hitze getragen, bis wir endlich die gewünschte Kruste hatten. Jetzt zeigt sich: Die Leute lieben unsere Backwaren 2.0, und die Zweifel sind so alt wie gestriges Baguette."

 
Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
"Womit wird in Zukunft das Geschäft gemacht?"

Strategische Sicht heißt, bewusst heute nachhaltige Maßnahmen setzen, um in Zukunft einen gewünschten Zustand zu erreichen.

Karlheinz Uhl, Experts Group Übergabeberater und Experte im Follow me Netzwerk.
Was sind die nächsten Herausforderungen, die vor Ihnen liegen?

Martin Altenburger: "Zuerst einmal stehen umfangreiche Modernisierungsarbeiten an. Wir wollen nicht nur den Ofen auf den neuesten Stand bringen, sondern auch erneuerbare Energiequellen erschließen. Und dann haben wir noch eine ganze Palette an neuen Produktideen im Kopf, die wir umsetzen wollen."

Was würdest du sagen, macht deinen Betrieb in der heutigen Zeit besonders relevant?

Martin Altenburger: "Die Leute wollen wieder wissen, was sie essen. Unsere Backwaren sind transparent, authentisch und natürlich. Wir sind keine Fabrik, wir sind Handwerker. Diese Ehrlichkeit spüren die Kunden, und sie wissen es zu schätzen. Das ist heute relevanter denn je."
Nominiert zum Follow me Award von Josef Majcan, Leiter der WKO Regionalstelle Südsteiermark.
Martin ALTENBURGER

Bäckerei Altenburger
Sankt Nikolai ob Draßling 1
8422 Sankt Nikolai ob Draßling

T. +43 3184 22 780
E. baeckereialtenburger@aon.at
FB. www.facebook.com/AltenburgerBaeckerei
Insta. www.instagram.com/baeckerei_mit_liebe

Fotoquellen: Martina Harb 2023.
Welche Platzierung wir unter den 12 Nominierten erreicht haben, erfahren wir am 14. Dezember 2023 ab 15.15 Uhr.