04. Carina HOCHSTEINER. Jausenecke Kainzer. Bruck/Mur

Danke fürs Mitfiebern!

Im Oktober haben unzählige Stimmen uns gezeigt, wie sehr gelebte Nachfolge berührt. Das Voting ist nun abgeschlossen – und wir sagen von Herzen Danke an alle, die mitgestimmt, geteilt und uns unterstützt haben.

Jetzt freuen wir uns auf jeden Besuch und ein Gespräch darüber, wie unsere Nachfolge Sie begeistert hat:
 

Wo Jause mehr ist als ein Snack

„Ein gutes Brötchen ist wie ein Lächeln: Klein, aber es verändert den Tag.“

Wenn Carina Hochsteiner von der Jausenecke Kainzer erzählt, schwärmt sie zuerst von der bunten Vielfalt an Brötchen, belegten Brezen, Jausenplatten oder Weckerln, die frühmorgens von ihren Kund:innen abgeholt werden. Seit August 2024 führt sie den Betrieb in Bruck an der Mur und sorgt mit ihrem Team dafür, dass täglich frisch Zubereitetes mit zur Arbeit genommen werden kann. Die Jausenecke ist aber auch die Adresse für ein zuverlässiges Partyservice, wo man geliefert bekommt, was eine stimmige Feier im kleinen oder großen Rahmen braucht: Belegte Brötchen, frische Snacks und die Sicherheit, dass alles liebevoll hergerichtet wurde.
Carina Hochsteiner und die Jausenecke wachsen miteinander Schon früher half Carina in den ersten Lokalen ihrer Tante und verbrachte ihre Ferien gern dort. Als die Jausenecke eröffnet wurde und sie ihren Führerschein hatte, fuhr sie nach der Arbeit ins Lokal, um mitanzupacken, rechnete Kassa ab und trug dazu bei, dass der Betrieb sich Schritt für Schritt entwickeln konnte.

Als die Tante 2005 die Jausenecke gründete, war die Küche nur drei Quadratmeter groß, die Schneidmaschinen standen aus Platzmangel in verschiedenen Räumen, die Abläufe mussten teilweise buchstäblich ums Eck laufen. Trotzdem wurde der kleine Laden zum Fixpunkt in Bruck. Und Carina war auch neben ihrem Job im Handel gerne eine große Unterstützung in der Jausenecke und mit vielen Handgriffen mit dabei. Nach 20 Jahren Mitarbeiten war die Nachfolge also kein Sprung ins kalte Wasser: „Wir haben einfach Rollen getauscht!“
 
„Es freut mich jeden Tag zu sehen, wie unsere Gäste zufrieden sind, wie liebevoll du alles gestaltest und wie sehr du diesen Ort mit Leben füllst.“ bestärkt die Tante ihre Nachfolgerin.
Die Herausforderung
Die schwierigste Entscheidung bestand darin, die räumliche Situation an das gut etablierte Geschäft und die damit verbundenen Mengen anzupassen. „Die Investitionen musste ich mir schon sehr gut überlegen. Aber ich wollte auch das richtige Fundament schaffen, damit wir die nächsten Jahre sorgfältig arbeiten können. Heute bin ich froh, dass ich mich drübergetraut habe.“ Es ging also darum, nicht nur das Café zugunsten der Küche zu verkleinern, sondern auch die Arbeitsplätze so zu gestalten, dass alles zur Hand ist und die Wege kurz bleiben: Heute werden Brötchen in klaren Schritten vorbereitet – Aufstriche, Belag, Garnitur – und gleich direkt in der Verpackungsstation fertiggemacht. So spart sich das Team unnötige Handgriffe, und auch große Jausenplatten entstehen in einem fließenden Ablauf. Carina sagt: „Wir haben jeden Griff überlegt – jetzt ist alles logisch angeordnet, und das Arbeiten fühlt sich leicht an.“
Die Chance
Heute ist die Küche mehr als doppelt so groß, die Wege sind kurz, die Kühlräume geräumig. Der neue Backofen schafft doppelt so viele Baguettes als vorher – perfekte Voraussetzungen, um noch mehr Kund:innen aufwendige Vorbereitungen einfach abzunehmen. Die größte Chance liegt nun darin, diese Abläufe so zu nutzen, dass größere Bestellungen möglich sind, ohne dass die Qualität oder Herzlichkeit verloren gehen.

Und das bedeutet, es mussten auch neue Wege in der Bewerbung erschlossen werden, denn die begeisterten Rückmeldungen der Stammkund:innen zeigen klar: Wer die Qualität von Carina und ihrem Team einmal kennengelernt hat, dem fallen immer wieder gute Anlässe ein, sich die Arbeit abnehmen zu lassen.
Diese familienINTERNE Nachfolge lebt von viel Herzblut – und von ein paar entscheidenden Schritten, die den Erfolg ermöglicht haben.
 

Schlüsselfaktoren

  • Die Küche und Abläufe wurden so geplant, dass größere Bestellungen mit gleicher Qualität abgewickelt werden können.
  • Ein eingespieltes Team sorgt dafür, dass auch in Stoßzeiten jede Bestellung verlässlich und pünktlich bereit steht.
  • Persönliche Betreuung macht jede Bestellung besonders: Kund:innen spüren, dass hier mitgedacht wird – von der Verpackung bis zur Ergänzung durch Servietten oder Becher.
Der Weg: So wurde angepackt
Mit dem Umbau im Juni 2024 kam die Erleichterung, die alle gebraucht haben: Kurze Wege, klare Plätze, Ruhe im Kopf. Der Plan dazu stammte von Carina, ihr Onkel half, jede Idee auch umsetzbar zu machen. „Beim Umbau hat die ganze Familie mitgeholfen: Mein Onkel hat gezeichnet, der Bruder montiert und die Tante Farben ausgesucht, Freunde haben alles herausgerissen. Ohne dieses Miteinander hätten wir’s nie geschafft.“

Parallel kümmerte sich Carina um alle organisatorischen Fragen: Die Konzession im Gastgewerbe, die bekannte Telefonnummer, die Abläufe im Hintergrund. Da kamen sehr viele Entscheidungen und Handgriffe zusammen, und auch mancher formale Stolperstein wollte aus dem Weg geräumt werden. Mit vereinten Kräften konnte die Jausenecke trotz umfangreicher Baustelle wie geplant eröffnet werden.

Was hat sich verändert – und warum funktioniert es?
Das Frühstück ist zu einem gemütlichen Treffpunkt geworden: Am Vormittag ist das Café der Jausenecke sehr gut besucht, sodass in besonderen Stoßzeiten auch heute noch die Tante einspringt und aushilft. Die Gäste plaudern und scherzen im neuen Café, die vielen Büros in der Umgebung holen sich gern die detailreichen Snacks für ihre Meetings & kleinen Feiern und die Kund:innen des Partyservice schätzen die zuverlässige Lieferung.

Auch im Team hat sich viel getan. Manche gingen, andere kamen. Besonders freut sich Carina darüber, dass trotz der Wechsel man sich gegenseitig stützt: „Wir sind perfekt eingespielt. Jeder weiß, was zu tun ist.“ Der eigene Schwerpunkt beim Arbeiten hat sich aber verändert: „Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich beim Brötchen-Machen weniger hingreife als früher. Aber es gibt eben so viel anderes zu tun - und das fühlt sich immer noch ungewohnt an.“
Was hast du während der Übergabe gelernt?
Carina Hochsteiner: „Ich bin als Unternehmerin in vielen Dingen reifer geworden: Weil meine Entscheidungen jetzt nicht nur mich betreffen, sondern ich die Verantwortung für das ganze Team trage, überlege ich lieber zweimal, was der beste Weg für uns ist. Ob das ein Lieferantenwechsel ist oder die Entscheidung für eine neue Mitarbeiterin: Schnellschüsse sind keine gute Wahl!“

Wie fühlt sich die neue Rolle an?
Carina Hochsteiner: „Früher ging es darum, dass ich meine eigene Arbeit gut mache. Heute heißt das, auch das Team zu führen: Ich bin verantwortlich dafür, dass die Strukturen jede in ihren Stärken unterstützen. Und am Ende des Vormittags zählt ein Moment: Wenn wir nach den vielen Handgriffen noch lachen.“
 
Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
"Betriebsanlage & MitarbeiterInnen – was gilt es aus technischer Sicht zu beachten?"

Rechtliche Vorgaben und der anerkannte bzw. praxiserprobte Stand der Technik sind einzuhalten. Das Funktionieren einer Maschine allein ist ebenso wenig ausreichend wie die Auflagenerfüllung eines Genehmigungsbescheids aus längst vergangenen Tagen.

Ing. Rudolf Mark, Fachgruppe der Ingenieurbüros und Experte im Follow me Netzwerk.
Einander auf Augenhöhe begegnen
Für Carina beginnt guter Service im Team. „Es zählt, dass alle selbständig arbeiten und ihre Handgriffe gut kennen.“ Das zeigt sich jeden Morgen: Während vorne die Jausenweckerl für Büros schon zum Abholen bereit stehen, werden die Party-Brezen und Brötchen-Platten für das Ausliefern fertig dekoriert ... und alle wissen genau, dass pünktlich zu sein ein wichtiger Teil des Service ist. „Mir taugt’s, wenn im Café herzlich gelacht wird, und in der Küche die Schneidmaschinen laufen.“

Manchmal kann es hektisch werden, wenn viele Bestellungen gleichzeitig abzuwickeln sind. Dann wird eventuell der Ton kurzfristig direkter, doch für alle ist klar: Wir achten gemeinsam auf die Details, denn die Kleinigkeiten machen für unsere Kund:innen den Unterschied. „Wir nehmen den Menschen das Drumherum ab: Becher, Servietten, sauberes Verpacken. Fertig sind wir erst, wenn wirklich alles bereit ist. Deshalb bekommen wir auch oft als Feedback: 'Ihr habt mir so viel Arbeit abgenommen!' oder 'Wenn ich das alles selber machen müsste!'"
Der Blick nach vorne
Das große Sortiment kennen zwar viele, aber noch längst nicht alle. Carina will das Angebot bekannter machen: Insbesondere auf Social Media will sie zeigen, wie unkompliziert man hier für Feiern, Meetings oder die Baustelle bestellen kann. Ob Abholen oder Liefern-Lassen: In der Jausenecke ist beides möglich. Dafür holt sie sich Unterstützung von jemandem, der sich mit Marketing sehr gut auskennt.

Wer selbst vorbeikommt, hat allerdings den Vorteil und kann schon vor Ort kosten. Das Frühstück bleibt ein bewusst gepflegtes Extra im Café, viele Gäste nehmen gleich etwas für später mit. Die neuen Öffnungszeiten machen den Vormittag gut planbar und spielen den Nachmittag frei - schließlich beginnt das Jause-Richten meist schon sehr früh. „Weil das Arbeiten schon um vier Uhr früh beginnt, ist der Nachmittag frei – eine Umstellung, die herausfordernd ist, aber auch Freiraum schenkt.“
 
Herzlichkeit zum Mitnehmen
Martina Romen-Kierner, Regionalstelle Bruck-Mürzzuschlag hat gute Gründe für die Nominierung.

Die Jausenecke Kainzer ist Anlaufstelle für all jene, die keine Zeit haben, ihre Jause selbst zu richten, sich ein feines Brötchen oder eine Mehlspeise gönnen wollen oder ein professionelles Catering für ihre Veranstaltung benötigen.
Belegte Brötchen, gefüllte Weckerl, Jausenplatten, gefüllte Brezen und vieles mehr belegt mit frischen, vorwiegend regionalen Zutaten höchster Qualität, handgefertigt und liebevoll zubereitet warten bereits ab 6.30 Uhr auf die Kunden. Die Schmankerl können auch in der gemütlichen Gastroecke bei einem Getränk vor Ort genossen werden.

„Carina hat einen Betrieb übernommen, der schon bestens lief – und sie schafft es, ihm mit viel Gespür noch mehr Potential zu geben. Besonders beeindruckend finde ich die Detailverliebtheit, mit der hier jedes Brötchen zubereitet wird. Genau diese Sorgfalt zeigt, wie unternehmerisches Denken und Freude am Handwerk zusammenpassen.“ schildert Martina Romen-Kierner, Leiterin der WKO Regionalstelle Bruck-Mürzzuschlag.
Das hat die Nachfolge mir gebracht

  • Größte Veränderung: Neue Abläufe, größere Küche, effizientere Organisation
  • Erster Erfolg: Der Frühstücks-Boom und das begeisterte Feedback der Stammgäste
  • Nächste Challenge: Noch mehr Menschen erreichen, die sich von uns Gutes tun lassen
Fragen, die in meiner Nachfolge besonders relevant waren Jede Nachfolge ist anders – und doch gibt es Fragen, die helfen, den eigenen Weg klarer zu sehen. Diese haben mich besonders begleitet.

  • Wie finde ich die richtige Balance zwischen Familie und Betrieb, wenn die Arbeit schon um vier Uhr früh beginnt?
  • Wie viel Unterstützung ist durch Familie und Freund:innen möglich?
  • Wie gehe ich damit um, dass ich nicht mehr an jedem Brötchen selbst stehe, sondern mehr organisiere?
  • Wie gestalte ich die Abläufe so, dass auch mehr Bestellungen machbar sind?
  • Welche Investitionen zahlen sich aus?

Wir waren gern Teil
des Follow me Awards 2025

Die Nominierung bedeutet uns viel – denn sie ist viel mehr als ein Wettbewerb: Sie hat uns gezeigt, dass viele Menschen diesen Weg mit uns feiern.
Wir tragen die Auszeichnung als Nominierte mit Stolz und sehen sie als Ansporn, unseren Betrieb weiter mit Herz, Neugier und Zuversicht zu führen.
Carina HOCHSTEINER und ihre Empfehlung

Schön ist es, wenn unsere Kund:innen gern ins Café kommen und dort kosten, was es alles gibt. Wer einmal probiert hat, findet schnell seinen Favoriten – meiner ist das Ei-Brötchen. Es sieht so simpel aus, aber es macht den Tag sofort schöner.

Zeitpunkt der Nachfolge: August 2024.


Fotoquelle: Ekatarina Paller 2025.
Story powered by Herz, Hirn und ein bisschen künstlicher Intelligenz. Das echte Gespräch dazu führte Birgit Mayer – ohne KI, aber mit einer ordentlichen Portion einfühlsamer Neugier.