03. Michael ZOTTLER. Zottler Mietwagen und Transporte. Niklasdorf

Transportieren vom Gestern ins Morgen

„Ich habe meinen Eltern eine Bewerbung geschickt: Ich wollte, dass wir die Nachfolge professionell und ernsthaft starten!“ Michael Zottler, Zottler Mietwagen und Transporte in Niklasdorf

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Michael Zottler ist sicherlich schon mit Kraftfahrzeugen aufgewachsen und er hat den Kraftstoff im Blut auch im Maschinenbau-Studium genutzt: „Trotzdem habe ich zuerst einmal Nein gesagt: Ich habe ein paar Jahre abseits der Transport-Branche gebraucht, um zu erkennen, dass ich nicht für das Arbeitsleben als Angestellter geeignet bin: Ich wollte die volle Verantwortung für meine Entscheidungen tragen. Und deshalb bin ich zurück in den Familienbetrieb gekommen.“ Und der erste Schritt bei dieser Rückkehr war – wie man es eben bei einem Jobwechsel macht – eine Bewerbung, die Michael Zottler verfasst und als Brief an seine Eltern abgeschickt hat. 

„Wie wichtig ist der Faktor Zeit bei einer Betriebsnachfolge aus Ihrer Erfahrung?“

Michael Zottler: „Wahrscheinlich weniger die absolute Anzahl an Monaten oder Jahren. Ich habe erlebt, dass alle Beteiligten sich für wichtige Themen einfach die Zeit nehmen mussten, um den gesunden Standpunkt miteinander zu finden. Loslassen, neue Wege einschlagen, investieren, vielleicht risikeren oder Bewährtes neu verhandeln: Es gibt so viele Detail-Aspekte, über die sich im schlechtesten Fall leicht streiten lässt. Ich denke, wir haben uns als Eigentümer und als Familien-Mitglieder die richtige Zeit genommen, damit Entwicklungen sich auch bei jedem etwas setzen konnten.

Und das Zeit bei uns relativ ist, zeigt sich auch in unserem Geschäftszweig der Oldtimer. Mir bedeutet es viel, dass wir hier zwei familiäre Aspekte zu einem konkreten Serviceangebot verbinden konnten: Einerseits gibt es eine lange Firmengeschichte und eine Vergangenheit, mit der unser Betrieb verbunden ist; und andererseits hat mein Vater eine sehr persönliche Leidenschaft für alte Fahrzeuge. Und deshalb kann man bei uns für verschiedene Anlässe in eine andere Zeit eintauchen und sich mit einer sehr ungewohnten Geschwindigkeit bewegen.“

Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
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„Wie viel Veränderung verträgt ein etablierter und gut laufender Betrieb wie Ihrer?“

Michael Zottler: „Manche Veränderungen, die es dringend braucht, sind ganz unspektakulär. In meiner Branche zum Beispiel waren wir eine der ersten, die einen elektronischen Lieferschein eingeführt haben. Das ist keine Raketen-Wissenschaft, aber braucht viel detaillierte Aufmerksamkeit, damit alle Zahnrädchen im Betrieb danach ausgerichtet werden.

Und dann gibt es die ganz lange ausgerichteten Veränderungen, damit es auch in Zukunft gut weiterläuft. Als Transporteur ist es für uns selbstverständlich, uns zu bewegen *lacht*. Und im Ernst: Von Oberleitungs-Kraftwagen über neue Antriebskonzepte bis zu Gewichts-Optimierung der Zugmaschinen gehen uns die erfolgskritischen Themen nicht aus. Sehr spannend ist für mich dabei, in welch unterschiedlichen Situationen die Anregungen dafür entstehen. Manchmal bei einem Vortrag, dann in einem scheinbar alltäglichen Gespräch – als Unternehmer bin ich immer wachsam, wo eine Geschäftschance versteckt sein könnte.“

Was ist der Grund für die Nominierung? Erfolgreich im Großen, pfiffig fortschrittlich im Detail

Wenn es ein etabliertes Unternehmen schafft, in die nächste Generation übergeben zu werden, dann ist das für die Belegschaft ebenso wichtig wie für die regionalen kleinen Wirtschaftskreisläufe. „Die Familie Zottler ist in der Nachfolge aber nicht nur an der Oberfläche erfolgreich gewesen. Sie haben es miteinander geschafft, die Kernstärken des Betriebes zukunftsfit zu machen. Gleichzeitig macht es den Eindruck, dass genug Freiraum herrscht, um auch das eine oder andere zukunftsträchtige Experiment riskieren zu können: Wer sowohl Oldtimer zum einmaligen Erlebnis macht wie auch Showtrucks für besondere Events vermietet, der beweist wohl deutlich, dass er sowohl Vergangenheit wie auch Zukunft kann.“ schildert Alexander Sumnitsch, Leiter der WKO Regionalstelle Leoben die Gründe für die Nominierung.


Fotoquelle: Maria Zottler, Web Zottler 2022.