02. Gregor REGNER. Café Konditorei Regner – Seckauer Lebkuchen. Seckau

Danke fürs Mitfiebern!

Im Oktober haben unzählige Stimmen uns gezeigt, wie sehr gelebte Nachfolge berührt. Das Voting ist nun abgeschlossen – und wir sagen von Herzen Danke an alle, die mitgestimmt, geteilt und uns unterstützt haben.

Jetzt freuen wir uns auf jeden Besuch und ein Gespräch darüber, wie unsere Nachfolge Sie begeistert hat:
 

Süßes Erbe mit Zukunft: Seckauer Lebkuchen

„Lebkuchen ist für mich nicht nur ein Produkt: Es ist Familiengeschichte, die ich weitertrage und erneuere.“

Wer in Seckau an der Konditorei Regner vorbeigeht, riecht sofort, dass sich in dieser Familie vieles um Zimt und Honig dreht. In diesen Mauern wird seit 1660 gebacken. Seit 1901 trägt die Familie Regner Verantwortung. Nun ist es Gregor Regner, der in fünfter Generation die Tradition weiterführt – mit klarem Kopf, ruhiger Hand, viel Familie.
Gregor Regner: Ruhe, Präzision, Familienmensch Die Backstube war sein Spielplatz. „Schoko-Patzen“ war für ihn und seine Geschwister eine Riesengaude. Mit Marzipan Figuren modellieren, mit Zuckerguss schreiben – all das prägt ihn bis heute. „Diese Freude gebe ich auch meinen Kindern weiter, auch wenn die Hygiene-Regeln heute vieles nicht mehr erlauben.“

Gregor hat Konditor gelernt und holte bei Lehrlingswettbewerben Topplätze bis zum Weltmeister. Seine Weltmeister-Siegertorte wurde zu seiner Visitenkarte: Eine Torte mit dunklem und hellem Schokokladenmousse und einer Himbeer-Fruchteinlage. Schon in der Lehrzeit lernte er, schwere Cremes durch leichte, moderne Varianten zu ersetzen. Der Vater hatte damit begonnen und er setzte die Linie fort.
„Man sieht, dass Gregor das Herz am richtigen Fleck hat: Er ehrt die Familientradition und traut sich zu, den Betrieb als Chef zu führen.“ sagt seine Familie über ihn.
Die Herausforderung Die Mauern des Hauses sind geschichtsträchtig – aber eng. Schon drei Jahre nach der letzten Erweiterung platzte die Backstube wieder aus allen Nähten. Besonders der Lebkuchen verlangt Platz: für Lagerung, für sorgfältige Reifung, für die großen Mengen im Herbst. Dazu kommen die Herausforderungen des Marktes: Haselnüsse und Schokolade, die plötzlich zwischen 25 und 200 Prozent (!) teurer sind, oder chaotische Lieferketten bei Trockenfrüchten.

Auch im Inneren des Betriebs gab es Aufgaben: Personalfragen waren lange ein Nebenthema. Heute ist es Gregor und seiner Frau wichtig, Strukturen zu schaffen und auf Zwischentöne zu achten. „Man braucht ein gutes Gespür, wann etwas im Team kippen könnte“, sagt er.

Und schließlich die eigene Rolle: Seit der offiziellen Übergabe trägt Gregor die volle Verantwortung. „Seit der Übergabe liegt alles bei mir – auch die Dinge, die keiner sieht. Und wenn einmal das eine nach dem anderen schiefgeht, heißt es ruhig bleiben, Ärmel hochkrempeln und Schritt für Schritt wieder Ordnung hineinbringen.“
Die Chance Das größte Kapital liegt im Namen selbst: Seckauer Lebkuchen. Er ist weit über die Region hinaus bekannt und steht für Handwerk, das man schmeckt. Drei Viertel der Produktion gehen an Wiederverkäufer:innen und Firmenkunden, die wissen, dass sie sich auf uns verlassen können. Wer bei Regner bestellt, hat die Ware binnen 24 Stunden im Haus. Es wird geliefert, egal ob es kleine Pakete oder ganze Sattelzüge für Konzerne sind.

Die Zutaten kommen, wo immer möglich, aus der Nähe: Mehl, Eier und Milch aus einem Umkreis von zehn Kilometern, Honig ausschließlich aus Österreich. Dieses Versprechen von Regionalität ist ein starkes Argument, gerade für Firmenkunden.

Und auch die Haltung unterscheidet den Betrieb: „Wir können es uns leisten, nicht jedem Trend nachzulaufen. Bei uns erwarten die Gäste etwas Bodenständiges – und genau das bekommen sie.“
Diese familienINTERNE Nachfolge lebt von viel Herzblut – und von ein paar entscheidenden Schritten, die den Erfolg ermöglicht haben.
 

Schlüsselfaktoren

  • Übergabe klar geregelt, Geschwister früh eingebunden
  • Zusammenhalt von Familie und Team als Rückgrat
  • Traditionen behutsam modernisieren, eigene Handschrift setzen
  • Regionale Lieferketten als Qualitätsanker
Der Weg: So wurde angepackt

Viele Jahre lang haben Vater und Sohn Seite an Seite gearbeitet. In dieser Zeit brachte Gregor immer stärker seine Handschrift ein: Leichte Cremes, moderne Torten, kreative Formen. Der Vater blieb am Ruder, ließ aber Platz für Neues und begleitete die Schritte aufmerksam. So konnte Gregor Erfahrungen sammeln und gleichzeitig Sicherheit gewinnen.

Eine Ausnahme gab es: Den Lebkuchen. Dieses Herzstück des Hauses lag schon früh in Gregors Händen. Hier hat er eigenständig Verantwortung übernommen und bewiesen, dass er die Tradition gut im Griff hat. Mit ruhiger Hand führte er den Bereich in die Zukunft, ohne den vertrauten Geschmack zu verlieren.

Was ist gleich geblieben – und warum funktioniert es?

Nach außen hat sich kaum etwas verändert. Die vertrauten Lebkuchen und Torten schmecken wie immer, die Qualität bleibt unverrückbar. Denn Gregor hat schon viele Jahre seine Handschrift eingebracht – lange bevor die Übergabe formal durchgeführt wurde. Für die Kund:innen war es deshalb kein Einschnitt, sondern ein fließender Übergang.

Auch die großen Aufträge laufen wie gewohnt zuverlässig: Ob tausende Geschenkpakete für Konzerne oder die großen Lieferungen für den Handel. All das passiert in derselben Sorgfalt wie bisher. Und für den Vater ist es eine Erleichterung: „Ich bin froh, dass der Druck von mir abgefallen ist. Gregor macht das souverän.“ Genau dieses Vertrauen zeigt, warum die Nachfolge funktioniert – weil sie langsam gewachsen ist und sich für alle selbstverständlich anfühlt.
Was hast du während der Übergabe gelernt, das du anderen mitgeben möchtest?

Gregor Regner: „Tradition ist kein starres Gerüst. Man muss den Kern erhalten, und den Mut haben, nichts zu verändern, wenn das dem Kundenwunsch entspricht. Und am Ende zählt, dass man die richtigen Leute um sich hat – allein geht es nicht.“

Wie fühlt sich die neue Rolle für Dich an?

Gregor Regner:„Es ist ein gutes Gefühl, den Betrieb jetzt wirklich in meinen Händen zu haben. Gleichzeitig ist es nichts völlig Neues – ich bin da ja schon lange hineingewachsen. Aber jetzt spüre ich die ganze Verantwortung, und das macht stolz. Und wenn ich in die Backstube gehe und den Duft rieche, dann weiß ich: Das ist mein Platz.“
 
Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
"Wie bewertet man Kundenstamm, Know-how und Image?"

Kundenloyalität, Markenstärke und Mitarbeiter-Know-how sind oft unsichtbare, aber entscheidende Werttreiber. Methoden wie die Discounted-Cashflow-Analyse oder das Multiplikatorenverfahren nutzen diese Faktoren, um einen vielschichtigen Unternehmenswert zu ermitteln.

Mag. Dr. Peter Dösinger LL.M, Kammer der Wirtschaftstreuhänder und Experte im Follow me Netzwerk.
Einander auf Augenhöhe begegnen

Viele Familienmitglieder arbeiten mit, dazu ein eingespieltes Team. Dieses Miteinander ist das Rückgrat des Betriebs. „Man kann sich aufeinander verlassen – wir sind belastbar, auch wenn es einmal sehr viel Arbeit gibt“, sagt Gregor.

Er weiß aber auch: Personalführung braucht Gefühl. Zuhören, Talente fördern, Verantwortung abgeben – das ist sein Weg. Und manchmal schreibt das Leben eigene Geschichten: Als ein Lehrling wegging, sprang kurzerhand dessen Mutter ein und wurde Teil des Teams. Solche Momente zeigen, wie stark der Zusammenhalt ist.
Der Blick nach vorne

Gregor will nicht auf schnelles Wachstum setzen, sondern auf Beständigkeit. Qualität sichern, Kund:innen begeistern, Mitarbeiter:innen stärken. Der Seckauer Lebkuchen soll ein Botschafter bleiben: Ein süßes Stück Steiermark, das weit über die Region hinaus Freude macht.

„Ich wünsche mir, dass unsere Produkte auch in Zukunft für das stehen, was sie immer waren: Handwerk mit Herz. Nicht laut, nicht modisch, sondern ehrlich und beständig.“
 
Fünfte Generation, ein süßes Versprechen
Michael Gassner, Regionalstelle Murau-Murtal hat gute Gründe für die Nominierung:

Die Konditorei Regner ist einer jener Betriebe, die weit mehr bewirken, als man vordergründig sieht. Sie sichern Arbeitsplätze, bilden Lehrlinge aus und tragen mit ihrer Bekanntheit den Namen Seckau weit über die Region hinaus. Aber gerade in Zeiten, in denen vieles schnelllebig ist, zeigt dieser Familienbetrieb, wie Stabilität und Beständigkeit einen Ort stolz machen können.

„Hier wird sichtbar, was regionale Stärke bedeutet: Eine Familie, die seit Generationen Verantwortung übernimmt, ein Produkt, das weit über die Region hinausstrahlt, und ein Nachfolger, der diesen Schatz mit Ruhe und Klarheit weiterführt.“ schildert Michael Gassner, Leiter der WKO Regionalstelle Murau-Murtal.

Das hat die Nachfolge mir gebracht

  • Bester Vorsatz: Alle Fäden in der Hand halten und dabei den Überblick behalten: Vom Weltmarkt bis zur Backstube
  • Wichtiger Erfolg: Mit meinen Kindern in der Backstube stehen wie ich es früher durfte
  • Nächste Challenge: Platz schaffen, ohne die Substanz des alten Hauses zu verlieren. Wir stoßen baulich an Grenzen, und trotzdem will ich die kurzen Wege hier in Seckau bewahren.
Fragen, die in meiner Nachfolge besonders relevant waren Jede Nachfolge ist anders – und doch gibt es Fragen, die helfen, den eigenen Weg klarer zu sehen. Diese haben mich besonders begleitet.

  • Wie bleibt man mit einem Luxusprodukt stabil am Markt, wenn niemand es wirklich braucht, aber alle es haben wollen?
  • Welche Trends vorbeiziehen lassen, welche aufnehmen?
  • Was gehört alles im Familienbetrieb zu meiner Rolle: Zwischen Chef und Familienmensch?
  • Wie gebe ich meinen Kindern und Lehrlingen dieselbe Freude am Handwerk weiter, die ich als Bub gespürt habe?

Wir waren gern Teil
des Follow me Awards 2025

Die Nominierung bedeutet uns viel – denn sie ist viel mehr als ein Wettbewerb: Sie hat uns gezeigt, dass viele Menschen diesen Weg mit uns feiern.
Wir tragen die Auszeichnung als Nominierte mit Stolz und sehen sie als Ansporn, unseren Betrieb weiter mit Herz, Neugier und Zuversicht zu führen.

Café Konditorei Regner Seckauer Lebkuchen

Gregor REGNER und seine Empfehlung

Mein Tipp: Ein Lebkuchen direkt aus der Backstube – noch warm, weich und duftend. Wer das einmal probiert, versteht sofort, warum wir dieses Handwerk lieben.

Zeitpunkt der Nachfolge: August 2024.


Fotoquelle: Forevermoments by Laura Hager 2025.
Story powered by Herz, Hirn und ein bisschen künstlicher Intelligenz. Das echte Gespräch dazu führte Birgit Mayer – ohne KI, aber mit einer ordentlichen Portion einfühlsamer Neugier.