12. Bujar SHABANI & Mirsad KRASNIQI. Café Herzog. Graz

Wo der rote Teppich hinführt

„Egal, ob ein Gast einen Espresso oder Champagner bestellt: Wir freuen uns, dass er da ist.“ 
Wer die Tür zum Café Herzog in der Herrengasse öffnet, steht vor einem langen roten Teppich. Er führt weit hinein, und wo er endet, sieht man von vorne nicht. Dazu ein beschwingter Walzer. Es kommt schon mal vor, dass Gäste hier zu tanzen beginnen.
Ein Ort, an dem jeder willkommen ist.
Die Regionalstelle Graz hat Bujar SHABANI & Mirsad KRASNIQI und das Café Herzog für den Follow me Award 2026 nominiert:

„Man sieht die Leute in der Herrengasse stehen bleiben und hineinschauen. Wer aber durch die Tür geht, versteht schnell, was Bujar Shabani und Mirsad Krasniqi hier gemacht haben. Die beiden sind jung und sie sind mit einem fertigen Konzept angetreten, als noch niemand wusste, wer dieses Haus bekommen würde. Heute stehen sie für fünfundzwanzig Arbeitsplätze an der ersten Adresse von Graz gerade. Aus einem der schönsten Räume der Stadt ist ein Ort geworden, an dem jeder willkommen ist“, schildert Viktor Larissegger, Leiter der WKO Regionalstelle Graz.

Grandhotel-Atmosphäre: Bin ich hier richtig?
Vorne bekommt man seinen Kaffee, und viele bleiben dort. Wer den Teppich bis zum Ende geht, steht im Herzstück des Hauses: einem Saal unter Fresken, die seit gut zweihundert Jahren an der Decke sind, daneben der Innenhof des Rathauses. Es gibt Grazerinnen und Grazer, die ihr halbes Leben lang an diesem Haus vorbeigehen und nicht wissen, dass es diesen Raum gibt.

Bujar Shabani und Mirsad Krasniqi haben ihn gesehen, und der Anblick hat sie angesteckt. Sie sind jung, und sie hatten eine Vorstellung davon, was dieser Standort kann. „Ich bin mit der Gastronomie aufgewachsen“, sagt Krasniqi, dessen Familie seit fünfundvierzig Jahren in dem Fach arbeitet. Shabani führt seit Jahren eigene Betriebe und hat mit der Stadt Graz als Eigentümerin verhandelt, bis der Zuschlag da war. Eingerichtet haben die beiden das Haus dann ohne Architekten, Stück für Stück nach dem, was ihnen in den Räumen gefehlt hat.

„Wenn ich solche Räume sehe, fangen meine Fantasien an, verrückt zu spielen“, sagt Shabani. Bei einem Haus mit so viel Geschichte kann einem beim Rechnen eines Geschäftskonzeptes schwindlig werden. Den beiden ist es nicht so gegangen. Sie haben sich ein Herz genommen und angepackt, wozu die Räume sie angesteckt hatten. Als Richtschnur diente ein Satz, den Krasniqi bis heute gern sagt: Kleine Dinge verändern Großes.
Sichtbar machen, was da ist
Eines der ersten Dinge, die sie gemacht haben, fällt niemandem auf, der nicht danach schaut. Sie haben bei Xal eine Museumsbeleuchtung anfertigen lassen und auf die Fresken gerichtet. Die Farben kommen heraus, und geblendet wird trotzdem niemand. Xal ist ein Grazer Betrieb für Beleuchtung, den man in aller Welt kennt. Wer Besuch aus aller Welt durch die Stadt führt, hat ein paar Häuser, die er herzeigt. Das Café Herzog ist eines davon geworden.

Die zweite Entscheidung hat nichts gekostet, und sie ist die wichtigere. Bei ihnen ist jeder willkommen, in allen Bereichen des Hauses. Vorne, hinten, im Innenhof. Man muss nichts essen, um in dem schönen Saal zu sitzen. „Egal, ob ein Gast einen Espresso oder Champagner bestellt: Wir freuen uns, dass er da ist“, sagt Krasniqi. Nach innen gilt dasselbe. Von der Putzkraft bis zum Chef schätze man einander und den Beitrag, den jede und jeder leistet, sagt Shabani. Sie sind eine Mannschaft.

In der Patisserie steht die Konditorin, deren Apfelstrudel die Stammgäste lieben. Ihre Kunst ist schon lange im Haus, und sie steht heute noch in der Backstube.
Ein zweites Wohnzimmer, mitten im Rathaus
Ein Kaffeehaus lebt davon, dass die Leute gern hereinkommen und gern wiederkommen. Darauf haben die beiden alles ausgerichtet, und man sieht es an denen, die dasitzen. Die Stammgäste über achtzig, die ihre Enkelkinder mitbringen. Die Runde, die einen Geburtstag feiert. Der Geschäftsmann mit Termin, die Leserin mit ihrem Buch, jemand, der auf dem Weg durch die Herrengasse schnell etwas isst. Und die Besucherin, die nur für ein Foto hereingekommen ist und sitzen bleibt.

Ein zweites Wohnzimmer nennen viele Stammgäste das Café. Vieles ist hier schon sehr lange so, wie es ist. Anderes ist erst dazugekommen, und es sind lauter kleine Dinge: italienisches Holz, französischer Stoff, ein Klavier in der Mitte, an dem am Abend jemand spielt. Aus viel Geschichte, ausgesuchtem internationalem Flair und einer großen Liebe zum Detail ist etwas ganz Heimeliges entstanden.

Nach einem Jahr sind die beiden nicht am Ziel, und sie tun auch nicht so. Das Abendgeschäft haben sie eine Zeit lang probiert und wieder ruhen lassen, weil die Herrengasse am Abend noch nicht so weit ist. „Wenn ein Schritt noch nicht funktioniert, legen wir ihn zur Seite“, sagt Shabani. Es klingt nach Vorfreude.
Es gibt einen Moment, auf den sich die beiden jedes Mal freuen. Vorne von der Straße geht die Tür auf, jemand kommt herein. Der rote Teppich führt die Schritte nach hinten, und am Ende ist ein Platz frei. Und dann hört man: „Wow!“

Schlüsselfaktoren

  • Willkommen ist eine Entscheidung. Gastfreundschaft klingt nach Gefühl, besteht aber aus Festlegungen: wer wo sitzen darf, was man bestellt haben muss, wie lange man bleiben kann. Im Café Herzog weisen sie alle in dieselbe Richtung: herein und weiter nach hinten.
  • Kleine Dinge verändern Großes. Ein Licht, das die Decke zeigt, statt zu blenden. Ein Sessel, auf dem ein Espresso genügt. Von den kleinen Dingen aus lässt sich das Große bauen.
  • Noch nicht jetzt. Das Abendgeschäft haben sie probiert und wieder zur Seite gelegt. Nicht aufgegeben, nur vertagt. In einer Zeit, in der alles sofort gehen soll, ist das eine seltene Form von Ruhe.
  • Was Bestand hat, hält Neues aus. Eine Achtzigjährige sitzt mit ihrer Enkelin am selben Tisch, und beide fühlen sich richtig. Wo etwas zweihundert Jahre gehalten hat, ist auch Platz für das, was gerade erst anfängt.
Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
"Wie finanziere ich eine Nachfolge?"

Was die finanzierende Bank wissen muß, unterscheidet sich kaum von dem, was auch der Käufer klarstellen sollte: Was genau zu welchen Konditionen übernommen werden soll und ob die finanzielle Bewertung auch der Realität entspricht.

Philipp Kainz, Gründer Center der Steiermärkischen Sparkasse und Experte im Follow me Netzwerk.
Bujar SHABANI & Mirsad KRASNIQI und ihre Empfehlung

Gehen Sie den roten Teppich bis ganz nach hinten, auch wenn Sie nur einen Kaffee wollen. Der Saal unter den Fresken ist für alle da. Und den Apfelstrudel macht unsere Konditorin, deren Kunst schon lange im Haus ist.

Wer da war, darf es gerne aufschreiben: Google-Bewertung für das Café Herzog.

Fotoquelle: Graz filmt.werbefilmproduktion OG 2026.
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Diese Geschichte ist im Gespräch entstanden. Zugehört und nachgefragt hat Birgit Mayer. Beim Ordnen und Formulieren hat künstliche Intelligenz mitgearbeitet. Was hier steht, haben die Menschen freigegeben, über die der Text erzählt.

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