08. Anna, Johanna & Andreas JAMNIK. Harmonikabau Jamnik. Gamlitz

Aus Vollholz wird Musik

„Jedes Instrument ist ein Einzelstück und durchäuft viele herzliche Hände. Am Ende der Reise durch unser Haus wird aus Vorfreude ein einzigartiger Klang.“ 
Im Erdgeschoß riecht es nach Holz. Hier, wo früher die Garage war, beginnt jede Harmonika als Rohling, als Brett, als Idee. Ein Stockwerk höher wird sie fertig: Die Feinarbeit, die Kundengespräche, der letzte Ton. Wer bei Jamnik in Sulztal sein Instrument abholt, geht durch beides. Von unten nach oben, vom Groben ins Feine.
Nicht eine Person übernimmt, sondern ein Trio
Die Regionalstelle Südsteiermark hat Anna, Johanna & Andreas JAMNIK mit ihrem Harmonikabau Jamnik für den Follow me Award 2026 nominiert:

„Bei Harmonikabau Jamnik übernimmt nicht eine Person, sondern ein Trio, und genau so klingt es auch: mehrstimmig, abgestimmt, mit eigenem Ton. Was Johanna, Andreas und Anna hier weiterführen, hat Bestand." schildert Martin Heidinger, Leiter der WKO Regionalstelle Südsteiermark.
Jede Hand an jedem Instrument
Johanna, Andreas und Anna Jamnik übernehmen den Harmonikabau ihres Vaters Hermann gemeinsam. Jede und jeder bringt etwas mit, das die anderen nicht haben. Johanna hält den Betrieb zusammen: Büro und Kundenberatung, Diskantmechanik und Reparaturen, und auf manchen Instrumenten trägt ihre Hand die traditionelle Bauernmalerei auf.

Andreas ist die letzte Instanz: Jedes Instrument geht durch seinen Blick und sein Gehör, bevor es die Werkstatt verlässt. „Mein Spezialgebiet ist die Endfertigung. Ich mache die Stimmeneinstellung und Qualitätskontrolle, bevor jedes Instrument unser Haus verlässt. Ich teste die Harmonikas, indem ich sie spiele und dabei genau auf den Klang achte. Mir ist es wichtig, das jeder Kunde, das beste Instrument bekommt und dieses lang und über Generationen Freude bereitet.“

Und Anna sorgt dafür, dass zwischen den Arbeitsstationen nichts hängenbleibt: Holzwerkstatt, Material, Abläufe, Team. „Im Fluss ist alles, wenn gut kommuniziert wird. Ich kümmere mich darum, dass jeder über Vorhaben, Verbesserung und Ziele Bescheid weiß. Wenn es stockt, fehlt es meist an klarer Struktur und Information, was sich meist sofort über die Kommunikation regeln lässt. Das ist auch wichtig für ein angenehmes, entspanntes Arbeitsklima.“

Die Mannschaft, zwölf Leute insgesamt, besteht aus Menschen, mit denen man auch gern seine Freizeit verbringt. So war es schon bei Vater Hermann, der den Betrieb Anfang der Achtzigerjahre aufgebaut hat, mit seinem Neffen und mit Freunden, die angepackt haben, wenn es etwas gebraucht hat. Zur richtigen Zeit die richtigen Leute einbinden: Das war und bleibt eine Stärke dieses Betriebs.
Auf die eigene Art
Dass sie das Handwerk weiterführen, ist allen dreien wichtig. Aber unter einer Bedingung: Auf ihre Art. Der Moment, an dem das klar wurde, war auch ein Moment der Ehrlichkeit. Entweder sie bekommen die Freiheit, es anders zu machen, oder sie lassen es. Und ihr Vater hat Platz gemacht.

Was die nächste Generation anders macht: Sie trennt Betrieb und Familie bewusst. Was vorher selbstverständlich eins war, Privatkonto und Geschäftskonto, Wohnzimmer und Werkstatt, das teilen sie jetzt auf. Nicht weil das Bisherige falsch war, sondern weil es für sie stimmig sein muss. Und von Anfang an haben sie sich eine neutrale Begleitung geholt, damit familiäre Themen dort besprochen werden, wo sie hingehören. Nicht zwischen Aufträgen.

Vom Kind, das tut, was der Vater sagt, zur Geschäftsführung und Werkstattleitung, die Verantwortung trägt: Das war kein Tag, das ist eine Phase. Irgendwo dazwischen hat jede und jeder einmal gespürt, dass die eigene Rolle nicht mehr klar ist. Aber es hat immer einen gegeben, der gesagt hat: So, und jetzt geht es so gemeinsam weiter.
Der Ton, der bleibt
Was Hermann dem Betrieb gegeben hat, steckt in jedem Instrument. Seit über vierzig Jahren macht er das grobe Stimmen, eine der anstrengendsten Arbeiten im Harmonikabau, weil man dabei ständig einem intensiven Ton ausgesetzt ist. Er tut es nach wie vor, weil es ihm taugt und weil er es kann. Die Kundenkontakte hat er als Erstes übergeben. Das Netzwerk an Lieferanten, Tüftlern und Helfern, das er ein Leben lang aufgebaut hat, gibt er schrittweise weiter.

Was alle drei verbindet, ist der Anspruch ans Material. In dieser Werkstatt wird jedes Instrument aus Vollholz gebaut. Kein Furnier, kein Sperrholz, nichts Halbfertiges. Über Achtzig verschiedene Holzarten lagern im Betrieb, jede hat unterschiedliche Klang-Eigenschaften. Jeder Auftrag ist eine Einzelanfertigung, und wer nach zwei Jahren Wartezeit sein Instrument abholt, bekommt etwas in die Hand, das reine Handarbeit ist.
Ob es sich schon anfühlt wie „unseres“? Die drei sind ehrlich: zum Teil ja, aber noch nicht ganz. Aber gutes Holz braucht Zeit, bis es klingen kann. Diese drei lassen es reifen.

Wenn Kundinnen und Kunden ihr Instrument abholen, sind manche gerührt, manche aufgeregt, alle freuen sich. Was hier übergeben wird, hat seinen Weg durch die Werkstatt gemacht, von unten nach oben, durch viele Hände. Aus Vollholz ist Musik geworden.

Schlüsselfaktoren

  • Ohne Furnier. Wer einen Familienbetrieb zu dritt übernimmt, kann nichts kaschieren. Alles liegt offen, alles ist echt, wie das Vollholz, aus dem hier gebaut wird. Das braucht konsequent Klarheit. Und genau diese Klarheit trägt für die Zukunft.
  • Zusammen, nicht verwickelt. Professionelle Begleitung und die Entscheidung, familiäre Themen nicht am Werkstatttisch zu lösen, haben diesen dreien ermöglicht, ein Team zu werden. Was zusammengehört, darf zusammen sein. Was getrennt gehört, wird getrennt. Und Verträge wurden geschlossen, damit man sich weiterhin verträgt.
  • Der eigene Ton braucht Zeit. Dass sich die Nachfolge noch nicht ganz wie „unseres" anfühlt, zeigt Klarheit, nicht Schwäche. Gutes Holz muss reifen, bevor es klingen kann. Diese drei lassen es zu. Was einer in vierzig Jahren aufgebaut hat, wächst jetzt in drei Paar Händen weiter.
Anna, Johanna & Andreas JAMNIK und ihre Empfehlung

Kommen Sie zum Probespielen in die Werkstatt, bevor Sie sich entscheiden. Und planen Sie rund zwei Jahre ein, weil bei uns jedes Instrument eigens für Sie gebaut wird.

Fotoquelle: Karin Lernbeiss 2025 & 2026.
Nachgefragt im Follow me Netzwerk
Johanna, Andreas und Anna Jamnik übernehmen den Betrieb ihres Vaters zu dritt und haben sich dafür von Anfang an eine neutrale Begleitung geholt. Was zwischen ihnen gilt, steht heute in Verträgen.

"Welche Services bieten Notare für die Betriebsnachfolge an?"
Das Service der Notare beginnt mit einer ausführlichen, persönlichen Beratung und reicht von der Prüfung aller Möglichkeiten bis hin zur Vertragsgestaltung.

Dr. Martin Lux, Präsident der Notariatskammer für Steiermark.
Wenn Sie der Meinung sind, dass diese Nachfolge-Geschichte ein Gewinn ist, dann stimmen Sie hier im Oktober täglich einmal ab. Unter allen abgegebenen Stimmen wird am Ende des Votings ein attraktiver Preis verlost.
 
Diese Geschichte ist im Gespräch entstanden. Zugehört und nachgefragt hat Birgit Mayer. Beim Ordnen und Formulieren hat künstliche Intelligenz mitgearbeitet. Was hier steht, haben die Menschen freigegeben, über die der Text erzählt.

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