02. Andreas EBNER. Forst- & Gartengeräte Ebner. Murau

Nur, was man selber richten kann

„Ich bin schon eher der, der gern zweimal überlegt. Und dann machen wir es aber gescheit.“
Die Heckenschere stand lange im Keller und will jetzt, als sie gebraucht wird, nicht mehr anspringen. Also fährt man damit in Murau in die Keltensiedlung zu Forst- & Gartengeräte Ebner. Im Geschäft leuchtet das Orange der Motorsägen in den Regalen und es riecht nach Kettenöl. Hinten in der Werkstatt wird es kurz still. Dann kommt Andreas Ebner vor und schaut sich das Gerät an.

Diesen Raum hat er selber ausgeräumt. Vier Jahre lang hat Andreas Ebner hier die Werkstatt der Murauer Filiale geführt, für die Firma Spindelböck. Als der Filialleiter in Pension ging, sperrte die Firma den Standort zu. Am Ende war das Geschäft leer bis auf die Ausstellungsregale, die an den Wänden geblieben sind.

Ein paar Wochen später hat Andreas Ebner diese Regale wieder eingeräumt. Mit seinem eigenen Werkzeug. Aus seiner Garage.
Geblieben, wo ihn die Kundschaft braucht
Die Regionalstelle Murau-Murtal hat Andreas EBNER und Forst- & Gartengeräte Ebner für den Follow me Award 2026 nominiert:

„Wer in Murau die Motorsäge oder einen Rasenmäher zum Service bringt, merkt gar nicht, wie viel sich verändert hat. Andreas Ebner hätte in der ganzen Gegend anfangen können, es haben ihn genug gefragt. Er ist dort geblieben, wo ihn seine Kundschaft braucht, und führt den bekannten Standort als eigenes Unternehmen weiter. Der Region tut es gut.“ schildert Michael Gassner, Leiter der WKO Regionalstelle Murau-Murtal.

Hier gehöre ich hin

Dazwischen haben die Telefone geläutet. Fünf, sechs Firmen zwischen Murau und Tamsweg haben sich gemeldet, überall hätte er am Montag anfangen können. Gleichzeitig haben die Kunden gefragt, wo sie jetzt mit ihren Geräten hinsollen.

Andreas Ebner ist keiner, der schnell entscheidet. „Ich bin schon eher der, der gern zweimal überlegt“, sagt er, „und dann machen wir es aber gescheit.“ Oft genug sind er und seine Frau bis in die Nacht am Küchentisch gesessen. Sie hat es dann ausgesprochen: „Wenn du selbstständig werden willst, dann musst du jetzt zugreifen.“ Anfangen hätte er überall können. Aber hier gehört er hin.

Im April 2025 hat er aufgesperrt. Im selben Raum, mit derselben Kundschaft, auf eigene Rechnung.
Vier Jahre Werkstättenleiter, schwarz auf weiß

Einiges von dem, was er dafür gebraucht hat, ist schon in der Lade gelegen. Das Handwerk als Landmaschinenmechaniker, gelernt in Oberwölz auf Traktoren und Großmaschinen. Die Unternehmerprüfung aus der landwirtschaftlichen Fachschule in Tamsweg, gemacht lange bevor er sie brauchen konnte. Dazu ein Arbeitszeugnis, auf das er bestanden hat und das ihm die vorherigen Arbeitgeber ausgestellt haben: vier Jahre Werkstättenleiter, schwarz auf weiß. Genau darauf hat die Wirtschaftskammer in Murau die Gewerbeberechtigung gestützt und mit ihm durchgerechnet, was ein erstes Jahr tragen muss.

Und dann war da noch STIHL. Ein Weltkonzern liefert nicht einfach an einen Standort, an dem gerade ein Fachhändler aufgehört hat. Bevor die Geräte wieder nach Murau kommen durften, musste bei der Firma Spindelböck angefragt werden, ob sie etwas dagegen hat. Hatte sie nicht. Zugesperrt haben sie von einem Tag auf den anderen. Dem neuen Unternehmen haben sie aber nichts in den Weg gelegt.
Die Liebe zu Kleingeräten geweckt

Angefangen hat er auf Traktoren, die kleinen Geräte haben ihn zuerst überhaupt nicht interessiert. Heute mag er nichts anderes mehr. „Da brauchst du oft bei einem Motor länger beim Reparieren als bei einem Traktor.“ Genau das gefällt ihm daran.

Das reicht bis ins Sortiment hinein. Er führt nur Marken, die er in der eigenen Werkstatt zerlegen und wieder zusammenbauen kann. Fragt jemand nach einem Gerät, das er nur einschicken könnte, sagt er ehrlich, dass er es nicht verkaufen will. „Die Kunden hätten mit dem Einschicken vier Wochen keinen Rasenroboter. Und ich kann nicht beeinflussen, wie die Reparatur gemacht wird.“ Was bei ihm steht, steht meistens am nächsten Tag wieder im Garten.

Werkstatt und Verkaufsraum sind Tür an Tür. Kommt jemand herein, legt er das Werkzeug hin und geht vor. Danach macht er dort weiter, wo er aufgehört hat. Sein Schwager ist einen Tag in der Woche da, den Rest macht er selbst. Wenn wer fragt, ob es bis morgen ginge, macht er sich am Abend noch einmal ans Reparieren. „Die Leute fragen mich immer: Bist du echt ganz allein?“

Was er mit der Wirtschaftskammer für das erste Jahr gerechnet hat, ist deutlich besser aufgegangen als geplant. Neue Kundschaft ist über die Mundpropaganda gekommen, größere Firmen auch. „Das ist schon fein, dass meine Arbeit den Kunden gefällt“, sagt er dazu, mehr braucht es nicht.
Um fünf in der Früh ist er schon da, drei Stunden bevor aufgesperrt wird. Dann geht er durchs Geschäft und schaut die Regale durch. „Ein Jahr ist eine lange Zeit“, sagt er, „und doch auch wieder kurz.“

Schlüsselfaktoren

  • Nur, was man selber richten kann. Er führt keine Marke, die er nicht in der eigenen Werkstatt zerlegen könnte. Das kostet ihn den einen oder anderen Verkauf. Und es bringt seiner Kundschaft ein Versprechen, das sehr viel wert ist: Es steht jemand dafür gerade.
  • Die richtige Größe wählen. Vom Traktor zum Kleingerät, und der Betrieb bewusst schlank. Nur so geht jedes Gerät durch seine eigenen Hände. Wachstum ist die naheliegende Antwort auf Erfolg. Sie ist nicht die einzig richtige.
  • Zuerst hinausfahren, dann anbieten. Bevor er einen Rasenroboter anbietet, schaut er sich den Garten an, ohne Rechnung. Das Vertrauen ist da, bevor über den Preis geredet wird, und das hält länger als jede Aktion.
Andreas EBNER und seine Empfehlung

Bringen Sie Ihre Geräte im Herbst zum Service, nicht im Frühjahr. Im Winter habe ich Zeit dafür, und wenn es dann losgeht, steht das Gerät bei Ihnen und läuft.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr.

Fotoquelle: Forst-Garten Ebner 2026.
Nachgefragt im Follow me Netzwerk
Andreas Ebner hat keinen Betrieb gekauft, sondern im selben Raum aufgesperrt, in dem er vorher Werkstättenleiter war. Was ein erstes Jahr tragen muss, hat er mit der Wirtschaftskammer in Murau durchgerechnet.

"Ist Nachfolge eine Frage des Geldes oder der Ideen?"
Eine schriftliche Planung ist die Basis für eine Finanzierung durch Fördergesellschaften und die Bank.

Philipp Kainz, Gründer Center der Steiermärkischen Sparkasse.

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Diese Geschichte ist im Gespräch entstanden. Zugehört und nachgefragt hat Birgit Mayer. Beim Ordnen und Formulieren hat künstliche Intelligenz mitgearbeitet. Was hier steht, haben die Menschen freigegeben, über die der Text erzählt.

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