Grandhotel-Atmosphäre: Bin ich hier richtig?
Vorne bekommt man seinen Kaffee, und viele bleiben dort. Wer den Teppich bis zum Ende geht, steht im Herzstück des Hauses: einem Saal unter Fresken, die seit gut zweihundert Jahren an der Decke sind, daneben der Innenhof des Rathauses. Es gibt Grazerinnen und Grazer, die ihr halbes Leben lang an diesem Haus vorbeigehen und nicht wissen, dass es diesen Raum gibt.
Bujar Shabani und Mirsad Krasniqi haben ihn gesehen, und der Anblick hat sie angesteckt. Sie sind jung, und sie hatten eine Vorstellung davon, was dieser Standort kann. „Ich bin mit der Gastronomie aufgewachsen“, sagt Krasniqi, dessen Familie seit fünfundvierzig Jahren in dem Fach arbeitet. Shabani führt seit Jahren eigene Betriebe und hat mit der Stadt Graz als Eigentümerin verhandelt, bis der Zuschlag da war. Eingerichtet haben die beiden das Haus dann ohne Architekten, Stück für Stück nach dem, was ihnen in den Räumen gefehlt hat.
„Wenn ich solche Räume sehe, fangen meine Fantasien an, verrückt zu spielen“, sagt Shabani. Bei einem Haus mit so viel Geschichte kann einem beim Rechnen eines Geschäftskonzeptes schwindlig werden. Den beiden ist es nicht so gegangen. Sie haben sich ein Herz genommen und angepackt, wozu die Räume sie angesteckt hatten. Als Richtschnur diente ein Satz, den Krasniqi bis heute gern sagt: Kleine Dinge verändern Großes.