12. Christian SCHREMPF & Richard HACKSTEINER. Schanzlwirt. Graz

Danke fürs Mitfiebern!

Im Oktober haben unzählige Stimmen uns gezeigt, wie sehr gelebte Nachfolge berührt. Das Voting ist nun abgeschlossen – und wir sagen von Herzen Danke an alle, die mitgestimmt, geteilt und uns unterstützt haben.

Jetzt freuen wir uns auf jeden Besuch und ein Gespräch darüber, wie unsere Nachfolge Sie begeistert hat:
 

Neu, und doch endlich wieder alt

„Ein Wirtshaus lebt davon, dass man es kennt – und trotzdem jedes Mal überrascht wird.“

Seit Februar 2025 führen Richard Hacksteiner und Christian Schrempf den Schanzlwirt in Graz – mit einer klaren Idee: Wirtshaus-Klassiker neu gedacht, flott serviert und so vertraut, dass Nachbar:innen, LKH-Mitarbeitende und alte Bekannte gern wieder einkehren.
Zwei, die wie Topf und Deckel zueinander passen Kennengelernt haben sich Richard und Christian beim MBA-Studium. Beide bringen rund 20 Jahre Gastro-Erfahrung mit. Richard leitet eine Personalagentur für Gastronomie in drei Bundesländern, Christian stieg dort ein – bis beide beschlossen: Wir wollen nicht nur Personal vermitteln, sondern selbst Gastgeber sein. So ergänzen sie sich perfekt: Richard als Stratege, Christian als leidenschaftlicher Gastgeber. „Alleine hätte ich es nicht gemacht – gemeinsam sind wir stärker.“, sagt Richard. Christian lacht: „Gastronom bin ich mit Leib und Seele – mehr, als meiner Frau lieb ist.“
 
„Es ist unglaublich schön zu sehen, wie die beiden den Schanzlwirt mit Leben füllen - genau so, wie ich ihn von früher kenne.“ sagt eine Stammkundin, die vor Jahrzehnten das erste Mal ins Haus kam.
Die Herausforderung Der Schanzlwirt ist ein Haus voller Geschichten – und Erwartungen. Frühere Pächter:innen versuchten es mit Café, vietnamesischer Küche oder Burger-Charme. Doch das Potenzial der Lage – vis-à-vis das LKH mit tausenden Mitarbeiter:innen und Besucher:innen – blieb ungenutzt. Für Richard und Christian hieß das: Abläufe klären, Qualität sichern, jede Empfehlung zählen lassen. Als Christian dann noch durch eine Verletzung gebremst war, wurde die Geduld zusätzlich auf die Probe gestellt.

Für Richard und Christian war von Beginn an klar: Jeder Tag in der Gastro ist ein Prüfstein. 60 Prozent der Gäste kommen auf Empfehlung, jedes Gericht entscheidet über den Ruf. Die Frage war: Wie belebt man ein Haus neu, ohne seine Seele zu verlieren?
Die Chance Sie lag im Unsichtbaren: In den Erinnerungen der Menschen. Viele verbanden Lehrjahre, Familienfeste oder die Geburt im LKH mit dem Schanzlwirt. Dieses emotionale Kapital war stärker als jede Werbung. Richard und Christian setzten auf Vertrautes und Neues zugleich: Schnitzel und Gulasch bleiben Fixpunkte, dazu kamen das schnelle Mittagsbrettl, die fast vergessene Terrasse als Sommer-Schatz und Veranstaltungen, die das Haus neu beleben. Genau darin liegt ihre Stärke: Bodenständigkeit mit Ideen verbinden.

Diese familienEXTERNE Nachfolge lebt von viel Herzblut – und von ein paar entscheidenden Schritten, die den Erfolg ermöglicht haben.
 

Schlüsselfaktoren

  • Das große Umfeldpotenzial (LKH, Kirche, Wohngegend) konsequent in ein Mittags- und Abendgeschäft übersetzt
  • Klassiker wie Schnitzel und Gulasch bewahren, aber mit kleinen Ideen überraschend weiterentwickeln
  • Ein Team schaffen, das nicht nur mitarbeitet, sondern sichtbar Freude am Gastgebersein hat
  • Persönlich präsent bleiben: Gäste erleben ihre Wirte direkt am Tisch oder in der Küche
Der Weg – so wurde angepackt

Der Neustart begann mit klarer Aufteilung: Richard kümmerte sich um Strukturen und Zahlen, Christian stand als Gastgeber an der Front. So war von Anfang an spürbar: Hier greifen Management und Leidenschaft ineinander.

Noch vor den ersten Gästen wurde kräftig umgebaut. Küche und Gastraum erhielten ein Update. Parallel dazu machten die beiden mit einer charmanten Geste auf sich aufmerksam: Hundert Gläser mit der Botschaft „Wir haben wieder offen“ wanderten ins LKH gegenüber und sorgten für Gesprächsstoff.

Die Kombination aus sichtbarer Präsenz, modernisierten Räumen und klarem Rollenverständnis führte dazu, dass die Gäste schon in den ersten Wochen sagten: Endlich hat der Schanzlwirt wieder Charakter.

Was hat sich verändert – und warum funktioniert es?

Der Schanzlwirt hat heute einen anderen Pulsschlag. Früher wechselten die Konzepte – jetzt gibt es wieder ein klares Gesicht: Ein traditionelles Wirtshaus, modern geführt. Die Räume sind heller, die Terrasse ist sichtbar geworden, Abläufe sind so organisiert, dass auch Stoßzeiten souverän laufen.

Die Gäste merken den Unterschied auf dem Teller: Das Schnitzel kommt kross und in Portionen, die satt machen. Das Gulasch hat Tiefe, weil es langsam angesetzt wird. Der Schweinsbraten ist ein Stück Sonntag mitten in der Woche. Dazu gesellen sich neue Ideen wie kleine saisonale Überraschungen, die zeigen: Hier wird nicht nur gekocht, hier wird mitgedacht.

Auch die Kommunikation hat sich verändert: Statt stillem Vorbeigehen wird der Schanzlwirt wieder erzählt. Auf Social Media, aber vor allem durch die Gäste selbst. Viele, die lange nicht da waren, kommen zurück – und teilen ihre Geschichten vom Haus. Genau darin liegt der Unterschied: Der Schanzlwirt ist kein Experiment mehr, sondern wieder ein Stück Alltag.
Was habt ihr während der Übergabe gelernt, das ihr anderen mitgeben möchtet?

Richard Hacksteiner: „Ich habe mir selbst bewiesen, wie wichtig es ist, Abläufe konsequent zu straffen. Ein gutes Gericht entsteht nicht nur am Herd, sondern auch durch Planung im Hintergrund. Struktur gibt uns die Freiheit, kreativ zu sein.“
Christian Schrempf: „Für mich war entscheidend: Gäste erinnern sich an ein Gericht, nicht an ein Konzept. Wenn das Schnitzel jedes Mal perfekt gelingt, dann kommen sie wieder – und erzählen es weiter.“

Wie fühlt sich die neue Rolle für Euch an?

Richard Hacksteiner: „Es ist ein spannendes Gefühl, wenn Management-Pläne plötzlich im Gastraum Wirklichkeit werden. Feedback kommt hier nicht als Bericht, sondern als leeres Teller.“
Christian Schrempf: „Ich merke jeden Tag, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Wieder am Gast zu stehen und das Lob für ein Gulasch oder einen Braten direkt zu hören: Es fühlt sich an, als hätten wir ein schlafendes Haus geweckt.“
 
Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
"Wie finanziere ich eine Nachfolge?"

Was die finanzierende Bank wissen muß, unterscheidet sich kaum von dem, was auch der Käufer klarstellen sollte: Was genau zu welchen Konditionen übernommen werden soll und ob die finanzielle Bewertung auch der Realität entspricht.

Philipp Kainz, Gründer Center der Steiermärkischen Sparkasse und Experte im Follow me Netzwerk.
Einander auf Augenhöhe begegnen

Im Schanzlwirt beginnt jedes Miteinander mit einem einfachen Prinzip: Reden, zuhören, ernst nehmen. Richard und Christian sehen ihre Rolle nicht nur als Gastgeber, sondern auch als Teil des Teams. Sie packen mit an, stehen selbst in Küche oder Gastraum und zeigen damit: Hier gilt kein Oben und Unten.

„Mir ist wichtig, dass jede:r stolz auf das ist, was am Teller liegt“, sagt Christian. Richard ergänzt: „Ein Team funktioniert nur, wenn alle wissen, dass ihre Arbeit zählt. Und am schönsten ist, wenn ich das Lachen aus der Küche höre!“. Dieses Lachen steckt auch die Gäste an – weil spürbar wird, dass hier Menschen arbeiten, die gern da sind.
Der Blick nach vorne

Der Schanzlwirt soll in den nächsten Jahren noch stärker zum Fixpunkt im Viertel werden. Die Terrasse wird als „Wohnzimmer im Freien“ weitergedacht, im Winter sollen kleine Kulturabende und kulinarische Themenreihen für Überraschungen sorgen.

„Wir möchten, dass Gäste immer wieder etwas entdecken – sei es ein neues Gericht oder eine besondere Stimmung“, sagt Christian. Und Richard betont: „Alles, was wir verändern, muss sich so anfühlen, als hätte es den Schanzlwirt schon immer geprägt.“ So entsteht eine erfolgversprechende Vision: Ein Wirtshaus, das die alten Geschichten bewahrt und gleichzeitig Platz für neue schafft.
 
Schnell serviert, lange in Erinnerung
Viktor Larissegger, Regionalstelle Graz hat gute Gründe für die Nominierung:

Der Schanzlwirt ist zum Herzstück der Mittagspause im Grazer Leonhardviertel geworden. Direkt gegenüber vom LKH zählt jede Minute – und hier bekommen die Menschen genau das, was sie brauchen: ehrliche Wirtshausküche, flott serviert, in einer Atmosphäre, die bleibt.

„Der Schanzlwirt verbindet Tempo mit Tradition. Hier trifft die Schnelligkeit des Alltags auf Gerichte, die nachklingen – und genau damit bringen die beiden einen frischen Wind ins Viertel.“ schildert Viktor Larissegger, Leiter der WKO Regionalstelle Graz.

Das hat die Nachfolge uns gebracht

  • Größte Veränderung: Wir haben die Tradition des Hauses wieder zum Leben erweckt – und spüren jeden Tag, wie viel Kraft darin steckt.
  • Erster Erfolg: Alte Gäste sind zurückgekehrt und erzählen ihre Geschichten.
  • Nächste Challenge: Den Schwung halten, die Terrasse und den Standort voll entfalten – und zeigen, dass ein Wirtshaus Zukunft hat.
Fragen, die in meiner Nachfolge besonders relevant waren Jede Nachfolge ist anders – und doch gibt es Fragen, die helfen, den eigenen Weg klarer zu sehen. Diese haben uns besonders begleitet.

  • Wie erkenne ich, welche Traditionen unverzichtbar sind – und wo Freiraum für Neues entsteht?
  • Wie halte ich den Spagat zwischen schneller Küche und echter Qualität aus – Tag für Tag?
  • Was braucht mein Team, damit es nicht nur arbeitet, sondern wirklich Gastgeber:innen sein kann?
  • Wie schaffe ich es, dass ein Betrieb nicht nur funktioniert, sondern wieder Geschichten schreibt?

Wir waren gern Teil
des Follow me Awards 2025

Die Nominierung bedeutet uns viel – denn sie ist viel mehr als ein Wettbewerb: Sie hat uns gezeigt, dass viele Menschen diesen Weg mit uns feiern.
Wir tragen die Auszeichnung als Nominierte mit Stolz und sehen sie als Ansporn, unseren Betrieb weiter mit Herz, Neugier und Zuversicht zu führen.

Schanzlwirt

Christian SCHREMPF & Richard HACKSTEINER und ihre Empfehlung

Unser Tipp: das „Mittagsbrettl“ im Schanzlwirt. Es steht für genau das, was wir uns vorgenommen haben: schnell serviert, aber mit der Sorgfalt eines echten Wirtshauses. Ein Teller, der satt macht, ohne hastig zu wirken – und der zeigt, dass Tradition auch in einer halben Stunde spürbar bleibt. Für uns ist das Mittagsbrettl mehr als ein Gericht: Es ist ein Versprechen.

Zeitpunkt der Nachfolge: Februar 2025.

Fotoquelle: Schanzlwirt 2025.
Story powered by Herz, Hirn und ein bisschen künstlicher Intelligenz. Das echte Gespräch dazu führte Birgit Mayer – ohne KI, aber mit einer ordentlichen Portion einfühlsamer Neugier.