01. Birgit BLAMAUER & Anita REICHENFELSER. Café Konditorei Stockhammer

Danke fürs Mitfiebern!

Im Oktober haben unzählige Stimmen uns gezeigt, wie sehr gelebte Nachfolge berührt. Das Voting ist nun abgeschlossen – und wir sagen von Herzen Danke an alle, die mitgestimmt, geteilt und uns unterstützt haben.
WKO_Follow_me_Award am 18.11.2025

Wir haben gewonnen!

Wir sind Sieger in der Kategorie "Familien-Externe Betriebsnachfolge" und freuen uns sehr über die Auszeichnung!

Tradition, Teamgeist, Torten und wir

„Das Gute muss nicht neu erfunden werden. Wir kennen das Haus seit Jahrzehnten, und trotzdem ist es für uns ein neues Kapitel.“ 

Wenn Birgit Blamauer und Anita Reichenfelser über die Café Konditorei Stockhammer in Admont sprechen, hört man sofort ihre Leidenschaft fürs süße Geschäft. Seit Juli 2024 führen sie den Traditionsbetrieb gemeinsam weiter - als Duo, das gemeinsam die Verantwortung übernommen hat, ohne den Teamgeist zu verlieren. Zwischen Gesäuse-Kipferl und Erdbeerschüssel entsteht ein süßes Versprechen: Bewahren und Erneuern sind keine Gegensätze, sondern gewohnter und beliebter Alltag.
Birgit und Anita schreiben ihr eigenes Kapitel
Anita kennt die Backstube seit 30 Jahren. Sie hat noch beim Gründer Stockhammer gelernt und weiß genau, wie jeder Teig riechen muss, wenn er gelingt. „Eigentlich bin ich ein freier Vogel“, sagt sie, „Chefin wollte ich nie sein.“ Doch als die Rede davon war, dass der Betrieb verkauft werden könnte, war für sie klar: Lieber selbst weitermachen, als dass jemand Fremder bestimmt, wie es hier läuft.

Birgit ist seit 20 Jahren Teil des Teams. Nach einer Familienpause kehrte sie zurück – und heute ist sie die Frau fürs Café und den Service. Zahlen sind ihr Ding, genauso wie das Plaudern mit den Gästen. Sie liebt Nusskronen, Ingwerschokolade und Esterhazyschnitten. Anita nascht am liebsten das Joghurteis. Zusammen sind sie ein eingespieltes Duo. Jeden Morgen treffen sie sich eine Viertelstunde vor dem Aufsperren, reden durch, was ansteht, und starten dann mit dem Team in den Tag. „Wir fühlen uns nicht wie Chefinnen“, sagen sie, „dafür sind wir schon zu lange Teil der Mannschaft gewesen.“
 
„Bei den beiden weiß ich: Das Gute bleibt in guten Händen. Wenn jemand den Namen Stockhammer tragen darf, dann Birgit und Anita.“ gibt der Gründer der Konditorei den beiden seinen Segen - und das sogar vertraglich festgehalten.
Die Herausforderung
Die Konditorei Stockhammer ist seit Jahrzehnten ein fester Anker in Admont. Für Birgit und Anita war klar: Diese Institution übernimmt man nicht gerade nebenbei, aber mit Herz und Verstand. Im Sommer stehen Tourist:innen Schlange, im Winter zählen die Einheimischen: Das ist die Realität, die sie gut kennen und mit der sie umgehen können.

Anita musste sich neben der Backstube auch in Buchhaltung und Verkauf einarbeiten. „Das war neu, aber lernen kann man alles“, sagt sie heute. Birgit weiß, dass vertraute Abläufe doch etwas mehr Gewicht haben, wenn man selbst dafür verantwortlich ist. 13 Mitarbeiter:innen in der Sommersaison, viele Teilzeitkräfte, wechselnde Wochenenddienste: Das verlangt Organisation, aber sie haben schnell ihren Rhythmus gefunden.

Gemeinsam tragen sie die Verantwortung – und das gibt Kraft. Beide sagen: „Allein hätten wir uns das nicht vorstellen können. Zu zweit geht es gut – wir packen an und machen weiter.“
Die Chance
Je größer die Herausforderung, desto klarer zeigt sich auch die Chance. Die Café Konditorei Stockhammer ist für viele Menschen in Admont ein zweites Wohnzimmer – und genau dieses Vertrauen ist das Kapital von Birgit und Anita. Stammgäste, der starke Name und ein Haus mit Seele geben ihnen Rückenwind.

Sie halten an den Klassikern fest und öffnen zugleich die Tür für Neues: feine Stückdesserts, kleine Törtchen oder eine Vitrine, die zu Weihnachten glänzen wird. Gemeinsam mit dem Stift Admont entsteht ein besonderer Lebkuchen, der Tradition und frische Ideen verbindet. Dass der Name Stockhammer im Vertrag gesichert ist, empfinden beide als Verpflichtung und Ehre zugleich. Für sie heißt das: Hüterinnen des Guten sein und trotzdem Neues mit Gefühl hineinführen.
Diese familienEXTERNE Nachfolge lebt von viel Herzblut – und von ein paar entscheidenden Schritten, die den Erfolg ermöglicht haben.
 

Schlüsselfaktoren

  • Enorme Erfahrung und das Geschäft inklusive Gäste in- und auswendig kennen.
  • Duo statt Einzelkämpferin: Klare Rollen zwischen Café und Backstube.
  • Teamkultur statt Chefkultur: Tägliche Kurzabstimmung, gemeinsames Essen, Entscheidungen im Miteinander.
  • Name und Identität geschützt: Stockhammer bleibt Stockhammer.
Der Weg: So wurde angepackt
Die Entscheidung fiel im November, am 1. Juli 2024 war es soweit. Ab diesem Tag hieß es: Ärmel hochkrempeln. „Wir haben einfach gesagt: Wir machen das. Und dann haben wir angefangen – Schritt für Schritt“, erzählen sie. Birgit ergänzt: „Wir haben das aufgeteilt, wie’s uns liegt – Anita backt, ich rechne und rede. So läuft es für uns beide rund.“ Und Anita sagt: „Es passt, dass ich das Handwerkliche mache – so kann ich in Ruhe arbeiten, während Birgit den Überblick draußen behält.“ Genau dieses Selbstverständliche macht ihren Start so stark.

Was hat sich verändert – und warum funktioniert es?
Für die Gäste blieb vieles gleich – und genau das ist die größte Stärke. Gleichzeitig spürt man frischen Schwung: „Für mich ist es schön, wenn man das Ergebnis unserer Anstrengungen sieht: Eine Vitrine voll frischer Stücke, die wir gemeinsam möglich gemacht haben“, sagt Anita. Birgit ergänzt: „Ich mag es, wenn ich die Stimmung im Café spüre und gleichzeitig die Zahlen im Kopf habe.“ Im Team ist gute Stimmung, und die Gäste sagen offen: „Schön, dass ihr weitermacht.“
Was hast du während der Übergabe gelernt?
Anita Reichenfelser: „Am Anfang dachte ich, Verantwortung macht schwer. Heute weiß ich: Sie gibt auch Freiheit. Unternehmerin zu sein ist leichter, als ich gedacht habe – vor allem, wenn man’s nicht allein trägt.“

Birgit Blamauer: „Wir haben gelernt, dass Familie einzubeziehen schwerer ist als gedacht. Die Zeit, die man mehr im Betrieb verbringt, lässt sich nicht wegreden – da braucht es Verständnis. Gleichzeitig haben wir gemerkt: Das Risiko war gut abschätzbar, weil der Betrieb stark dasteht. Und die Sorgen wegen des Winters? Die waren unberechtigt.“

Wie fühlt sich die neue Rolle an?
Anita Reichenfelser: „Welche neue Rolle? Ich bin in der Backstube daheim. Wenn ich Teig in den Händen habe, ist für mich die Welt in Ordnung.“

Birgit Blamauer: „Wir mischen uns nicht dauernd ein, sondern vertrauen einander. Und auch dem Team. Genau das macht es leicht.“
 
Ein Tipp rund um die Betriebsnachfolge
"Welche Vereinbarungen müssen getroffen werden?"

Sorgen Sie unabhängig von Alter und Gesundheit vor, dass das Unternehmen unabhängig von Ihnen fortgeführt werden kann.

Dagmar Gruber, Notarin und Expertin im Follow me Netzwerk.
Einander auf Augenhöhe begegnen
Für Birgit und Anita ist Führung etwas, das zum Alltag gehört, aber nicht in Form von Kontrolle oder Anweisungen, sondern als fröhliche Teamarbeit. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, tägliche Kurzbesprechungen halten das Team auf Kurs, und gemeinsames Essen ist Pflicht. Diese Haltung schafft ein Klima, in dem sich alle einbringen können. Humor gehört dazu - wenn Günther sie ärgern will, ruft er gern „Frau Schäf“. Es ist diese Mischung aus Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit, die alle an einem Strang ziehen lässt.
Der Blick nach vorne
Birgit und Anita sehen optimistisch in die Zukunft. Eine neue Vitrine soll das Ambiente aufwerten, die Zusammenarbeit mit dem Stift wird intensiv weitergeführt, und moderne Dessertformen sind in Planung. „Wir tun, was wir können – für Qualität, für Gäste, für die Freude am Arbeiten“, sagen sie. „Denn egal wie’s läuft: Es gibt kein schlechtes Wetter.“
 
Aus Erfahrung wird Zukunft: Admonts süßes Erbe lebt weiter
Christian Hollinger, Regionalstelle Ennstal/Salzkammergut hat gute Gründe für die Nominierung.

Die Café Konditorei Stockhammer ist in Admont ein Herzstück: Seit Generationen Treffpunkt für Einheimische und Tourist:innen, mit Kultprodukten wie dem Gesäuse-Kipferl und der Erdbeerschüssel. Dass nun zwei Frauen aus den eigenen Reihen dieses Haus weiterführen, macht die Geschichte besonders stark. Unter ihrer Führung bleibt der Ort lebendig, vertraut – und zeigt, was entstehen kann, wenn Erfahrung zu Unternehmertum wird.

„Dass zwei langjährige Mitarbeiterinnen den Mut haben, ein Traditionshaus wie die Konditorei Stockhammer zu übernehmen, ist bemerkenswert. Aus Erfahrung im Hintergrund wurde unternehmerische Verantwortung im Vordergrund – und genau das macht diesen Schritt so stark. Birgit und Anita zeigen, dass Kontinuität und Innovation kein Widerspruch sind. Sie sind Vorbilder dafür, wie man aus vertrauter Arbeit unternehmerisches Handeln formt und damit ein ganzes Haus in die Zukunft führt.“ schildert Christian Hollinger, Leiter der WKO Regionalstelle Ennstal/Salzkammergut.
Das hat die Nachfolge uns gebracht

  • Größte Veränderung: Plötzlich steht unser Name auf jedem Zahlschein – das kitzelt schon im Bauch.
  • Erster Erfolg: Die Vitrine ist voll, das Team lacht – mehr Beweis brauchen wir nicht.
  • Nächste Challenge: Genug Zeit für daheim finden, ohne den Überblick im Betrieb zu verlieren.
Fragen, die in unserer Nachfolge besonders relevant waren Jede Nachfolge ist anders – und doch gibt es Fragen, die helfen, den eigenen Weg klarer zu sehen. Diese hat uns besonders begleitet.

  • Wie halten wir die Qualität und verändern gleichzeitig?
  • Wie meistern wir die saisonalen Unterschiede zwischen Sommer und Winter?
  • Wie führen wir das Team, mit dem wir seit Jahrzehnten zusammen arbeiten?
  • Was braucht ein Team, um eigenständig voran zu kommen?

Wir waren gern Teil
des Follow me Awards 2025

Die Nominierung bedeutet uns viel – denn sie ist viel mehr als ein Wettbewerb: Sie hat uns gezeigt, dass viele Menschen diesen Weg mit uns feiern.
Wir tragen die Auszeichnung als Nominierte mit Stolz und sehen sie als Ansporn, unseren Betrieb weiter mit Herz, Neugier und Zuversicht zu führen.

Café Konditorei Stockhammer

Birgit BLAMAUER & Anita REICHENFELSER und ihre Empfehlung

Wir schwören drauf: Zusammen mit dem Team essen. Ob Randstücke, Punschkrapferl oder ein frisches Tortenstück – wichtig ist nicht, was auf dem Teller liegt, sondern mit wem man’s teilt.

Zeitpunkt der Nachfolge: Juli 2024.


Fotoquelle: RedBull 2024 ©SusanneEnzenberger 2025.
Story powered by Herz, Hirn und ein bisschen künstlicher Intelligenz. Das echte Gespräch dazu führte Birgit Mayer – ohne KI, aber mit einer ordentlichen Portion einfühlsamer Neugier.